Medien und Entwicklung: Aufklärung via Radio in Südafrika .

Studenten der WSU versuchen benachteiligte Gebiete über Radio zu erreichen.
Menschen in benachteiligten Gebieten im ländlichen Raum sowie in den urbanen Townships den Zugang zu Informationen zu verschaffen – das ist das Ziel der Kooperation zwischen DED und der Walter Sisulu Universität (WSU) in der Provinz Eastern Cape, Südafrika. Gemeinsam unterstützen sie den Aufbau des Eastern Cape Communication Forum (ECCF), welches sich darum bemüht, die Kommunikation zwischen Kommunalverwaltung und Kommunalmedien bzw. zivilgesellschaftlichen Organisationen zu verbessern.
Die Unzufriedenheit in vielen benachteiligten Gebieten in der Provinz Eastern Cape wächst zunehmend. Die Frustration über schleppende infrastrukturelle Entwicklung, hohe Arbeitslosigkeit und einer andauernden Wohnungsnot hat in einigen Gemeinden zu Protesten geführt. Diese arteten mitunter in Gewalt aus, die sich vor allem an Mitarbeiter aus Lokalverwaltungen richtete. Dabei wurden Häuser von Gemeinderäten oder Bürgermeistern beschädigt oder sogar in Brand gesetzt.
Vetreter der Distriktverwaltung diskutieren Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Radiojournalisten und Vertretern einer NGO.Grund für die angespannte Lage ist unter anderem eine nur unzureichende Informationsvermittlung der Verwaltungen an die Bevölkerung. Eine bessere Kommunikation kann zwar die Probleme der Region nicht lösen, aber für größeres Verständnis der Situation sorgen. Dass unabhängige Gemeindemedien dabei eine zentrale Rolle spielen können, ist für Lokalverwaltungen eine relativ neue Erkenntnis. Bisher haben sich Lokalverwaltungen und die Provinzregierung vornehmlich der gut etablierten Massenmedien bedient. Diese decken aber vor allem die Bedürfnisse der wohlhabenderen und englischsprachigen Bevölkerung ab.
Um auch die lokalen Gemeinden in benachteiligten Gebieten zu erreichen, wurde das ECCF ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Amathole Distriktverwaltung wurde ein Workshop organisiert, auf dem Vertreter der Lokalverwaltung mit Bürgerradios und Gemeindezeitungen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit diskutierten.

Studenten der WSU bei Proben und Aufnahmen zum Radiodrama.
Das Projekt zeigt bereits erste Erfolge:
Die Amathole Distriktverwaltung hat sich dem provinzweiten Thema „Armutsbekämpfung durch die Stärkung von Frauen“ angenähert, indem sie das Problem häuslicher Gewalt beleuchtete. Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist für viele südafrikanische Frauen erst möglich, wenn sie dem Teufelskreis des sexuellen Missbrauchs entfliehen können.
Studenten des Broadcasting Departments der Walter Sisulu Universität produzierten ein Radiodrama, das häusliche Gewalt zum Thema hatte. Das Radiodrama mit einer anschließenden Talkshow, an der vier Vertreter unterschiedlicher Organisationen teilnahmen, wurde in isiXhosa über Gemeinderadios ausgestrahlt. Die Talkshow versuchte nicht nur die Ursachen für den hohen Anteil an häuslicher Gewalt zu thematisieren, sondern informierte auch über Stellen an die sich Opfer häuslicher Gewalt wenden können.
Die Zusammenarbeit mit dem vom DED unterstützen ECCF ist nun fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie der Amathole Distriktverwaltung. Derzeit wird geplant wie Gemeindemedien das alljährliche Regierungsthema „Heritage & Tourism” am besten an die Bevölkerung vermitteln können.
Text und Bilder: DED/Aniela Batschari, Entwicklungshelferin im Bereich Demokratie- und Medienförderung in Südafrika.
