Chronologie des DED seit 1963 .
1963
Am 24. Juni wird der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) in Anwesenheit von Präsident John F. Kennedy, Bundespräsident Heinrich Lübke und Bundeskanzler Konrad Adenauer gegründet.
Walter Scheel, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, sagt in seiner Gründungsansprache: "Es müssen die Beziehungen neu geordnet werden zwischen den reichen Industriestaaten und den Entwicklungsländern, von denen viele vor kurzem noch Kolonien waren. Dabei spielen die Beziehungen von Mensch zu Mensch eine entscheidende Rolle. Darum hat sich die Bundesregierung entschlossen, gemeinsam mit privaten Organisationen heute den Deutschen Entwicklungsdienst zu gründen als ein neues, vielleicht das wichtigste Instrument unserer Entwicklungspolitik".
1964
Die ersten 110 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer reisen nach Tansania, Libyen, Afghanistan und Indien aus.
1965
Die Länder Benin, Ghana, Kamerun, Nigeria, Togo, Tunesien, Bolivien, Brasilien, Chile, Peru, Nepal und Iran folgen. In den meisten dieser Länder ist der DED - z.T. mit Unterbrechungen - heute noch tätig.
1966
Ende des Jahres reist der 1.000. Entwicklungshelfer aus.
1967
führte die Diskussion um Grundsätze, Ziele und Methoden für die Arbeit des DED zur "Wächtersbacher Erklärung". Mit der Verabschiedung der "Gesellschaftspolitischen Grundsätze" (1971) und der "Leitsätze für die Projektarbeit des DED" (1974) fand diese Diskussion ein vorläufiges Ende.
1969
Der Bundestag verabschiedet das Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG). Danach ist ein Entwicklungshelfer, wer "ohne Erwerbsabsicht" Dienst in einem Entwicklungsland leistet und deshalb kein üblicher Arbeitnehmer ist. Im Sinne dieses Gesetzes dürfen z. Z. sechs Organisationen Entwicklungshelfer entsenden; der DED ist der größte Träger.
1972
Der Verwaltungsrat beschließt die "Ordnung für die Mitbestimmung im Gastland", mit der Entwicklungshelfern Mitwirkungsrechte bei Entscheidungen im Gastland eingeräumt werden. Sie wird 1989 durch eine "Regelung der Partizipation" ersetzt.
Familienfreundlichkeit wird ein Merkmal des DED: Seit diesem Jahr dürfen verheiratete Paare auch dann ausreisen, wenn nur ein Ehepartner unter Vertrag steht.
1974
Neben der Entsendung von Entwicklungshelfern übernimmt der DED als zweite Aufgabe die Förderung einheimischer Organisationen durch Beratung und finanzielle Unterstützung.
1977
Die DED-Geschäftsstelle siedelt von Bonn nach Berlin über. Erstmals sind Geschäftsstelle und Vorbereitungsstätte an einem Ort gemeinsam untergebracht, was Kommunikation und Zusammenarbeit erheblich erleichtert.
1983
In die offiziellen Glückwünsche zum 20. Geburtstag mischt sich deutliche Kritik an politischen Meinungsäußerungen von Entwicklungshelfern, Rückkehrern und Mitarbeitern des DED.
1984
Der Bundesrechnungshof fordert eine Neuordnung des DED, insbesondere in den Bereichen Mitbestimmung, Anwerbung, Auswahl und Vorbereitung. Kritisiert wird vor allem, daß bei der Auswahl der persönlichen Eignung von Bewerbern zuviel und der fachlichen Eignung zuwenig Gewicht beigemessen werde.
1985
Eine neue Geschäftsleitung konsolidiert die programmpolitische Arbeit des DED. Das positive Image als Fachdienst der personellen Zusammenarbeit wird gefestigt.
Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand gründen das Europäische Freiwilligenprogramm (EFP). Ziel ist, jungen europäischen Fachkräften die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam ihre beruflichen Kenntnisse in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit einzubringen.
1986
Bundespräsident Richard von Weizsäcker besucht den DED. "Mit ihren konkreten Erfahrungen", sagt er über die Entwicklungshelfer und ihre Rolle, "bilden sie eine Brücke zwischen den großen politischen Entscheidungen, die so schwer zu fällen sind, bzw. den Strukturen, die so schwer zu verändern sind, und dem bloßen Gefühl, helfen zu wollen und sich letztlich mit einer Spende zu beruhigen."
1988
Angesichts der dramatischen ökologischen Situation in vielen seiner Gastländer nimmt der DED den Arbeitsschwerpunkt Ressourcensicherung auf.
1990
Die Vereinigung Deutschlands bringt für den DED neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich: Mit einer Ausnahme übernimmt er die Verantwortung für die durch den Entwicklungspolitischen Runden Tisch empfohlenen Projekte der Brigaden der Freundschaft der ehemaligen DDR in Äthiopien, Angola, Simbabwe, Tansania, im Jemen und in Nicaragua.
1993
Erstmals besucht der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Carl-Dieter Spranger den DED. Der Minister bezeichnet die Entwicklungshelfer als Botschafter für Verständnis und Freundschaft zwischen den Völkern dieser Welt.
An seinem 30. Geburtstag kann der Deutsche Entwicklungsdienst eine positive Bilanz ziehen: 1.100 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer sind in 42 Gastländern - 25 in Afrika, 11 in Lateinamerika, 6 in Asien - tätig.
1994
In Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Peter Repnik verabschiedet der DED seinen 10.000. Entwicklungshelfer, eine Agraringenieurin, die als Fachberaterin für Selbsthilfegruppen tätig wird.
1995
Den Entwicklungen in den Gastländern trägt der DED mit der "Förderung einheimischer Fachkräfte" Rechnung. Das Pilotprogramm wird zunächst in Brasilien, Kamerun, Philippinen und Simbabwe durchgeführt.
Seit 10 Jahren besteht die Kooperation mit dem Berliner Senat. Damit wird die entwicklungspolitische und fremdenfreundliche Bildungsarbeit von Berliner Schulen unterstützt. Vielen Lehrerinnen, Lehrern und Schulklassen wurden die Probleme der so verschiedenen "EINEN WELT" nähergebracht.
Die Geschäftsleitungen der GTZ und des DED unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation. Der Vertrag mit der Deutschen Welthungerhilfe wird erneuert.
1996
Im Vollzug des Bonn/Berlin-Gesetzes beschließt die Gesellschafterversammlung über die Sitzverlegung der Gesellschaft nach Bonn, wo der DED mit DSE und DIE im "Tulpenfeld" ein gemeinsames Domizil finden soll.
1997
Am 11. September verabschiedet Bundespräsident Roman Herzog in Begleitung von BM Spranger die Entwicklungshelferinnen und -helfer des 137. Vorbereitungskurses und würdigt ihre Tätigkeit als "Kulturbotschafter".
Die Gesamtkonferenz vom 22.-26. September sucht Antwort auf die Frage "Quo vadis DED?" Die Vertreter der Gesellschafter und der Parteien im Verwaltungsrat bescheinigten dem DED als Personalentsendedienst Zukunftsfähigkeit, wobei eine stärkere Verflechtung mit der Förderung einheimischer Organisationen und Selbsthilfe-Initiativen anzustreben sei. Die "Stimmen der Partner" kamen in Interviews aus der Mehrzahl der Gastländer zu Wort.
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Dr. Johannes Niemeyer, scheidet im Dezember nach über 12-jähriger Tätigkeit aus. Nachfolger wird Dr. jur. Uwe Runge, Präsident des Konsistoriums der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg.
1998
Zum 31. Mai 1998 scheidet nach 13-jähriger Tätigkeit, Herr Willi Erl, als Geschäftsführer des DED aus. Herr Volkmar Becker wird damit alleiniger Geschäftsführer.
Am 17. Juni wird Herr Dr. Jürgen Wilhelm vom Verwaltungsrat als Nachfolger von Herrn Volkmar Becker, mit Wirkung vom 1. November 1998, zum neuen Geschäftsführer des DED bestellt.
Am 24. Juni wird der DED 35 Jahre alt.
Am 24. November 1998 wird Herr Dr. Jürgen Wilhelm von der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, offiziell in sein Amt eingeführt.
1999
Der Rückumzug erster Arbeitseinheiten des DED von Berlin nach Bonn beginnt.
Der DED ist eine der Organisationen, die sich am Aufbau des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. (BMZ) neu eingerichteten und finanzierten Programms "Ziviler Friedensdienst (ZFD)" beteiligt, indem er Fachkräfte für den ZFD vorbereitet und entsendet. Gleichzeitig ist er mit der administrativen Federführung des Programms beauftragt.
2000
Die DED-Geschäftsstelle zieht zum 1. Oktober von Berlin nach Bonn zurück.
Der DED baut seine Kooperationen aus. Mehr als 40% der DED-Entwicklungshelferinnen und -helfer sind in Kooperationen im Einsatz. Rahmenabkommen mit United Nations Volunteers (UNV) und dem französischen Entwicklungsdiesnt AFVP werden im April bzw. November abgeschlossen.
2001
Mit einem Kooperationsvertrag vereinbaren DED, DSE und GTZ, ihre Auslandsvorbereitung von Fachkräften am Standort Uhlhof in Bad Honnef gemeinsam durchzuführen. Die Abteilung Vorbereitung des DED zieht im Dezember von Berlin-Kladow nach Bad Honnef um.
Im Dezember verabschiedet der Verwaltungsrat das in einem partizipativen Diskussionsprozess entstandene Leitbild. Teilnehmer aus allen Bereichen der Mitarbeiterschaft, des Verwaltungsrates, des BMZ sowie anderer entwicklungsrelevanter Organisationen in Deutschland haben sich im Rahmen der Zukunftskonferenzen im Ausland (August 2001) und Inland (Sept. 2001) an der Entwicklung des neuen Leitbildes beteiligt.
Die DED-Zentrale in Bonn wird extern durch den Bundesrechnungshof geprüft.
2002
Der DED beteiligt sich an dem Sonderprogramm der Bundesregierung für den Wiederaufbau Afghanistans und entsendet mit aus dem Anti-Terror-Paket der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mitteln nach 22 Jahren wieder Entwicklungshelfer nach Afghanistan.
Ein Qualitätsmanagement nach der "European Foundation for Quality Management"-Systematik wird in der Zentrale in Bonn eingeführt.
2003
Die Abteilung Vorbereitung des DED wird mit Wirkung vom 01.01.2003 in die - als Zusammenschluss von Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) und Deutscher Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) - neu gegründete Gesellschaft "InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung" integriert.
Herr Dr. Wilhelm wird vom Verwaltungsrat als Geschäftsführer für eine weitere Amtsperiode bestätigt.
Der DED beteiligt sich an dem "Aktionsprogramm 2015"- dem Beitrag der Bundesregierung zur weltweiten Halbierung extremer Armut.
Am 24. Juni wird der Deutsche Entwicklungsdienst 40 Jahre alt. Das Jubiläum wird mit vielfältigen Symposien, Fachgesprächen und einem großen Sommerfest gefeiert.
2004
Als eine der ersten Entwicklungsorganisationen erhält der DED ein offizielles Qualitätszertifikat durch BVQI (Bureau Veritas Quality International) für sein Qualitätsmanagement auf der Grundlage des EFQM (European Foundation of Quality Management)-Modells.
2005
Der DED tritt dem Global Compact der Vereinten Nationen bei.
Mit der Auszeichnung "Offizielles Projekt der Dekade der Vereinten Nationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014" wird die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit des DED am 01. März 2005 prämiert.
Das Schulprogramm Berlin feiert sein 20-jähriges Bestehen.
2006
Herr Dr. Wilhelm wird vom Verwaltungsrat in seinem Amt als Geschäftsführer für eine weitere Amtsperiode bestätigt.
Am 5. Dezember 2006 vereinbaren der DED und das Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB-BW) eine strategische Partnerschaft zur Ausweitung ihrer entwicklungspolitischen Aktivitäten.
2007
Der DED wird vom BMZ beauftragt, das Sekretariat für die administrativ-finanzielle Abwicklung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ zu übernehmen. Der DED beteiligt sich auch als Entsendeorganisation an dem neuen Förderprogramm für Jugendliche.
Im Mai reist die 15 000. DED-Entwicklungshelferin aus.
Am 4. Juni 2007 schließen sich der DED, der Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V., das Eine Welt Netz NRW e.V., das Eine-Welt-Netzwerk Thüringen e.V. und das Institut für angewandte Kulturforschung e.V. zum Konsortium „Bildung trifft Entwicklung“ zusammen.
Der DED wird von der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS) geprüft und re-zertifiziert.
2008
Der DED feiert sein 45-jähriges Jubiläum.
Die ersten weltwärts-Freiwilligen reisen aus.
2009
Der Zivile Friedensdienst feiert sein zehnjähriges Bestehen.
Am 24. August 2009 wird der DED mit dem Zertifikat "audit berufundfamilie" der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgezeichnet.
Herr Dr. Wilhelm wird vom Verwaltungsrat als Geschäftsführer bestätigt und bleibt damit bis Ende Januar 2012 im Amt.

