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Hörerclubs und Frauengruppen .  

Jugendliche auf dem Innenhof von Radio Gloudel
Fadas, früher einfach Debattierclubs für Jugendliche, heute sehr oft Hörerclubs, sind im Niger weit verbreitet. Radio Goudel, ein kommunales Radio im Südwesten des Niger, ist bemüht, jedem ordentlich eingeschriebenen Hörerclub seines Sendegebiets ein Radio und ein kleines Büro zu stellen. Aus dem Club heraus werden ein Mann und eine Frau gewählt, zwei Animateure also, die abends in ihrem Club einen Rahmen schaffen, damit sich vor allem die Jugendlichen zum gemeinsamen Hören und Diskutieren des Programms versammeln können. Die Animateure sind aber zudem geschult, thematische Abende selbst zu gestalten, zu Aids zum Beispiel oder zum Problem, dass viele Mädchen sehr früh verheiratet werden. Sie sind es auch, die einmal die Woche zum Radio fahren und dort berichten, was in ihrem Dorf in der Woche passiert ist.
Oder das Radio kommt selbst zur Gruppe. Amadou, der Programmdirektor von Radio Goudel,  besucht nicht nur viele Fadas, sondern auch die Treffen vieler Frauengruppen. Die Gruppe Coudoure 2 zum Beispiel ist ein kleiner Sparverein mit 24 Mitgliedern. Aus dem was die Frauen jede Woche einzahlen, jede ist mit einem Viertel bis einem Halben Euro dabei, können nach ein – zwei Jahren erste kleine Kredite vergeben werden. Wer einen Kleinkredit bekommt, macht damit einen ganz kleinen Laden auf oder kauft etwas Kleinvieh. Der Kredit muss aber in drei Monaten zurück gezahlt sein. Am Ende, wohl nach drei Jahren, soll gemeinsam eine Getreidemühle gekauft werden.
Prinzipien, nach denen die Animateure arbeiten.
Prinzipien, nach denen die Animateure arbeiten.
Heute ist Amadou dort und befragt die Frauen fürs Radio nach ihren Erfahrungen, nach den Stärken und Schwächen ihres Sparvereins. Ihr Zusammenhalt und das bereits ersparte Vermögen nennen sie als Stärken, mangelnde Bildung und Information als Schwächen. Die Gruppe wird von CARE unterstützt und die selbe Animateurin, die eben noch weit von hier entfernt eine andere Gruppe auf dem Hof des Radios versammelt hatte, kommt jetzt plötzlich auf ihrem geländegängigen Motorrad auch zu diesem Treffen inmitten großer abgeernteter Hirsefelder unter dem größten Baum weit und breit. Amadou hält viel von diesen Frauengruppen. Seine Aufnahmen sollen später in einem Radiobeitrag ihre Zielstrebigkeit und Sparsamkeit hervorheben. Und er weist darauf hin, dass die Frauengruppen viele der Aktivitäten des Radios finanziell unterstützen, wie dies auch hunderte weiterer eingeschriebener Unterstützer tun.
Der Plan der nigrischen Regierung sieht die Gründung von 200 kommunalen Radiostationen bis ins Jahr 2003 vor. Zurzeit gibt es 68 solcher Gemeinschaftsradiosender. Jetzt, so haben internationale Organisationen, Regierung und Vertreter der kommunalen Radios Ende September gemeinsam beschlossen, soll es vorerst nur ganz wenige neue Stationen geben, dafür soll aber die Arbeit der bestehenden verbessert werden. Der DED engagiert sich im Niger zunehmend für kommunale Radiostationen und entwicklungspolitisches Theater.
Text und Fotos: Erhard Brunn
Der Autor ist Entwicklungshelfer des DED im Niger und arbeitet im Bereich Kommunikation.

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