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Bolivien .  

Kartenausschnitt Bolivien

Rahmenbedingungen

Bolivien durchläuft seit der Wahl von Evo Morales zum Präsidenten einen gesellschaftlichen und politischen Umbruchprozess von historischen Ausmaßen. Die Regierung Morales kann als erste Regierung Boliviens für sich in Anspruch nehmen, die arme Bevölkerungsmehrheit authentisch zu repräsentieren. Die Zielrichtung dieses Änderungsprozesses ist durchaus im Sinne der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit; allerdings hat die Regierung noch nicht die strategisch-politischen und administrativen Kapazitäten entwickelt, diesen Veränderungsprozess unter Beachtung demokratischer Grundsätze wirksam zu lenken.

Das Ziel der Regierung Morales, ein neues Gesellschaftsmodell umfassender indigener Integration in einer neuen Verfassung festzuschreiben, hat zu einem gravierenden politischen Konflikt mit den überwiegend von Mestizen bewohnten östlichen Tieflandregionen geführt.

Die staatlichen Institutionen des Landes werden zunehmend ausgehöhlt, insbesondere aufgrund der von der Regierung bewusst herbeigeführten Funktionsunfähigkeit des Verfassungsgerichts, die von den Konfliktparteien opportunistisch genutzt wird. Auf diese Weise ist es sehr schwierig geworden, die Austragung der markanten Interessengegensätze in gewaltfreier Form im Rahmen der rechtsstaatlichen Ordnung zu gewährleisten.

Bis zum Einsetzen der Weltwirtschaftskrise und dem Einbruch der Rohstoffpreise profitierte Bolivien mit einem Wachstum von deutlich über 4 Prozent enorm von den hohen Rohstoffpreisen. Diese positive Konjunktur schlug sich auch in steigenden Staatseinnahmen nieder, die zu einem deutlichen Haushaltsüberschuss führten. Die Regierung Morales stützt sich bei ihrer Wirtschafts- und Sozialpolitik vor allem auf die Erträge der Minen, der Gas- und Ölvorkommen sowie auf ein ordnungspolitisches Modell, in dem die Produktion in strategischen Sektoren durch den Staat gelenkt werden soll.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist in Bolivien in drei Schwerpunkten tätig:

  • Staat und Demokratie
  • Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung
  • Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Engagement des DED

Der DED in Bolivien ist in den beiden Schwerpunkten Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung und Staat und Demokratie aktiv. Er engagiert sich auch in Abstimmung mit den anderen Durchführungsorganisationen in der Komponente Integriertes Wasserressourcenmanagement.

Nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung
Der DED hat sich in diesem Schwerpunkt zum Ziel gesetzt, dass Akteure auf kommunaler und regionaler Ebene nachhaltig die zur Verfügung stehenden Wasserressourcen nutzen und Maßnahmen im Hinblick auf deren langfristige Verfügbarkeit durchführen. Mehr kleinbäuerliche Familien sollen auf der Grundlage einer nachhaltigen Bodennutzungsplanung angepasste Landnutzungssysteme anwenden. Ländliche Organisationen werden unterstützt, ihre wirtschaftlichen Strategien nachhaltig und transparent umzusetzen und sollen dabei von abgestimmten, öffentlichen Politiken der lokalen Wirtschaftsentwicklung flankiert werden.

Ergänzend werden im Schwerpunkt Potenziale der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen der lokalen Privatwirtschaft im Rahmen von Süd-Public Private Partnership (PPP) Projekten genutzt sowie das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) im bolivianischen Kontext positioniert.

Staat und Demokratie
Die DED-Beiträge konzentrieren sich auf die organisatorische und institutionelle Stärkung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Indigene, Kleinbauern und Frauen. Diese sollen dazu befähigt werden, sich zunehmend verantwortlich und gleichberechtigt an öffentlichen Politiken und Prozessen der lokalen und regionalen Entwicklung zu beteiligen (Konzertierungs-, Planungs- und Umsetzungsprozesse). Die Grundlagen für die Ausübung von bestimmten Menschenrechten, insbesondere von indigenen Rechten der Selbstbestimmung, politischen Beteiligung und des kollektiven Landbesitzes, sollen aufgrund der effektiven politischen Einflussnahme und der Umsetzung kohärenter staatlicher Menschenrechtspolitiken verbessert werden.

Mit dem Programm Ziviler Friedensdienst (ZFD) fördert der DED in enger Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen und staatlichen Trägern die Stärkung und Förderung von Dialogformen für die zivile Bearbeitung und Transformation von Konflikten in ausgewählten Tieflandregionen und Konfliktfeldern.

Das Programm leistet Beiträge in den Programmkomponenten Dialogförderung, Friedenspädagogik und -kultur, Kapazitäten der Konfliktbearbeitung, Friedensjournalismus und Wissensmanagement/Koordination.

Beiträge außerhalb der Schwerpunkte

"weltwärts mit dem DED"
Etwa 30 weltwärts-Freiwillige sind in Projekten in Bolivien tätig.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Bolivien.

Kontakt

Regionalgruppe Lateinamerika und Karibik
E-Mail: lateinamerika@ded.de

Weitere Informationen:

Lateinamerika und Karibik

Landesbüro.

Servicio Alemán de Cooperación Social-Técnica (DED)
Apartado Postal 3-35180
La Paz
Bolivien
E-Mail: bol@ded.de

Webseite des DED in Bolivien.

http://bolivien.ded.de

http://bolivia.ded.de

40 Jahre DED in Bolivien.

Zum 40jährigen Bestehen der Kooperation mit Bolivien erschien eine spanischsprachige Jubiläumsbroschüre, die Sie hier als PDF-Dokument herunterladen können.

40 años DED en Bolivia
(1,74 MB)

Aus der Praxis.

Bolivien: DW-AKADEMIE und DED fördern gemeinsam Qualitätsjournalismus
Die Medien in Bolivien sind gespalten: Fast jede Zeitung, jeder Radiosender und jedes Fernsehprogramm ordnet sich einer politischen Kraft zu – und treibt die politische Konfrontation an. Deswegen ist der Wunsch nach einer professionellen und praxisnahen Journalistenausbildung im Land groß. DW-AKADEMIE und DED setzen sich erstmals gemeinsam für die Stärkung des Journalismus im Land ein.

Aus der Praxis - dazu mehr...

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