Jemen .

Rahmenbedingungen
Die Republik Jemen ist der bevölkerungsreichste und ärmste Staat der arabischen Halbinsel. Das hohe Bevölkerungswachstum von über drei Prozent führt zu einem übermäßigen Druck auf die natürlichen Ressourcen (Wasserknappheit) und ist die Hauptursache für die Probleme in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Arbeitslosigkeit.
Die jemenitische Regierung hat sich zur Erreichung der Millennium Development Goals verpflichtet. Ihre Entwicklungsstrategie ist in dem 2006 verabschiedeten nationalen Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsplan (Socio-Economic Development Plan for Poverty Reduction 2006-2010) festgelegt.
Mit dem politischen Willen und entsprechenden Gesetzen zur Dezentralisierung wurden wichtige Schritte unternommen, um zu besserer Politik und Legitimation vor Ort zu kommen. Allerdings entwickeln sich die notwendigen Strukturreformen auf lokaler Ebene nur zögerlich und die Akteure sind häufig sowohl fachlich als auch finanziell überfordert.
So führen z.B. die schlechte Bewirtschaftung und der rasante Rückgang der Grundwasserressourcen zu landesweit spürbarer Wasserknappheit. Ein Großteil des verbrauchten Wassers ist fossiles Grundwasser, da oberflächennahe Speicher durch Niederschläge nicht mehr ausreichend nachgefüllt werden.
Eine Besonderheit des Landes liegt im traditionell hohen Bildungsgefälle zwischen Männern und Frauen. Die staatlich angebotene berufliche Ausbildung leidet zudem unter mangelndem Praxisbezug und unzureichender Qualifikation vieler Absolventen. Die Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere für die ärmere ländliche Bevölkerung, ist unzureichend.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Jemen sind:
- Wasser
- Bildung
Außerhalb der Schwerpunkte engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in den Sektoren Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (Förderung von KMU, Förderung des Finanzsektors) und Gesundheit (Familienplanung und Stärkung des Gesundheitssystems im Prozess der Dezentralisierung).
Engagement des DED
Wasser
Ziel des Engagements ist die Verbesserung des Wasserressourcenmanagements. Fachkräfte des DED unterstützen nationale Wasserbehörden bei der Durchsetzung von Regelwerken, bei Fragen der Verteilung und der Tarifgestaltung sowie im Umgang mit den Wasserverbrauchern. Darüber hinaus fördert der DED die berufliche Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.
Die Verbesserung des Abfallmanagements, z.B. durch optimierte Sammlung und Deponie, reduziert gesundheitliche Probleme, ökologische Risiken und schützt die Grundwasserressourcen. Die Stadtverwaltung Shibam wird in diesem Bereich durch DED-Fachkräfte beraten.
Im Ergebnis werden die Wasserversorgung und die sanitären Verhältnisse für die Bevölkerung verbessert. Weitere positive Wirkungen sind die Reduzierung von wasserbedingten Erkrankungen, Schutz der Wasserressourcen und eine Verringerung der Arbeitsbelastung für Frauen.
Bildung
Mit dem Ziel die Einschulungsrate, insbesondere von Mädchen, zu erhöhen und Eltern für Väter- und Mütterbeiräte zu mobilisieren, wirkt der DED im Bildungsbereich mit.
Darüber hinaus fördert der DED die berufliche Aus- und Fortbildung in staatlichen Institutionen der Berufsausbildung mit dem Ziel, die Einstellungschancen der Absolventen auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt zu erhöhen und die Qualität der Produkte und Dienstleistungen durch eine bessere Ausbildung der Fachkräfte zu steigern. Dies erhöht die Konkurrenzfähigkeit jemenitischer Betriebe. Der ebenfalls stattfindende Ausbau beruflicher Bildungsmöglichkeiten für Frauen stärkt deren gesellschaftliche Gleichberechtigung.
Engagement außerhalb der Schwerpunkte
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Berufsverbände der KMU werden dabei beraten, eine leistungsfähige Interessenvertretung und Servicestruktur zu organisieren. Die Inhalte umfassen die Qualitätsverbesserung von Produkten, Vermarktungshilfen und bedarfsgerechte Fortbildungsmaßnahmen. Auf eine Verbesserung der staatlichen Unterstützung für die kleinen und mittleren Unternehmen zielt die Zusammenarbeit mit dem jemenitischen Industrie- und Handelsministerium.
Gesundheit
Der DED kooperiert mit der GTZ und der KfW Entwicklungsbank im Yemeni-German-Reproductive Health Program, um die Gesundheitsstationen bei der Verbesserung der Qualität der Basisgesundheitsversorgung zu unterstützen und die Gesundheitsversorgung insbesondere von Müttern und Kindern zu verbessern. Ein weiterer Beitrag gilt der Verbesserung der Kenntnisse Jugendlicher zu Fragen der Sexualität, der Verhütung und der reproduktiven Medizin.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Jemen.
Stand: Januar 2009
Kontakt
Regionalgruppe Nahost, ZentralasienE-Mail: R5@ded.de
Weitere Informationen:
Nahost, Zentralasien
Landesbüro.
German Development Service
P.O. Box 92
Sanaa
Jemen
E-Mail: yem@ded.de
Webseite des DED im Jemen.
Projektvideos.
Kurzfilme über die Arbeit des DED im Jemen:
Deutsch, Englisch, Arabisch

