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Kambodscha .  

Kartenausschnitt Kambodscha

Rahmenbedingungen

Kambodscha hat den Weg politischer Stabilisierung weitergeführt, jedoch ohne wesentliche Verbesserungen in Regierungsführung und Demokratieentwicklung zu erzielen. Die weltweite Finanzkrise hat das Land wirtschaftlich und sozial stark zurückgeworfen. Nach dem Einkommensindikator der Weltbank gelten 42 Prozent der Kambodschaner (ca. 5,6 Millionen) als extrem arm. Während sich das Königreich bis 2008 über teilweise zweistellige Wachstumsraten freute, gehen politische Beobachter inzwischen von einem stark verminderten Wachstum aus, mit direkter Auswirkung auf die Armut im Lande.

Frühere Leistungsträger wie die Textil- und Schuhproduktion, der Bausektor und der Tourismus leiden unter der Wirtschaftskrise. Besonders im ländlichen Raum bleiben Entwicklungspotenziale ungenutzt. Fehlende Infrastruktur, ein mangelhaftes Bildungssystem, dürftige Rechtsdurchsetzung und ungeklärte Landfragen sind immense Hürden beim wirtschaftlichen und sozialen Aufbau des Landes.

Dreißig Jahre nach dem Ende des Schreckensregimes der Roten Khmer arbeitet Kambodscha Teile dieses dunklen Kapitels seiner Vergangenheit auf. Fünf führende Verantwortliche der damaligen Zeit sitzen in Untersuchungshaft.

Die Regierung setzt auf arbeitsintensives Wachstum, ökonomische Diversifizierung und zunehmenden Handel einschließlich Exportwachstum.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Kambodscha ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf folgende Schwerpunkte konzentriert:

  • Regionale Konzentration im Rahmen integrierter Ansätze ländlicher Entwicklung
  • Gesundheit/Familienplanung/HIV/AIDS

Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch den Querschnittsbereich: „Förderung der Demokratie, Zivilgesellschaft, öffentliche Verwaltung und gute Regierungsführung“. Regional konzentriert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf den ländlichen Raum mit Fokus auf neun Provinzen, darunter auf die Region um den Tonle Sap und die Provinzen Takeo und Kampot im Süden.

Engagement des DED

Der DED leistet wichtige Beiträge zur Entwicklung des Landes in den beiden Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sowie im Querschnittsbereich. Seine Aktivitäten zielen vor allem auf die Mikro- und Mesoebene (z.B. Distrikt- und Provinzverwaltungen) und erfolgen überwiegend in Kooperation mit den anderen Durchführungsorganisationen.

Regionale Konzentration im Rahmen integrierter Ansätze ländlicher Entwicklung
Der DED konzentriert sich in Kooperation mit der GTZ auf die beiden Felder „Entwicklung und Diversifizierung landwirtschaftlicher Produktionssysteme“ und „Förderung der Privatwirtschaft in ländlichen Regionen“. Entwicklungsmaßnahmen unterstützen die Stärkung von Wertschöpfungsketten und tragen so zur Armutsminderung im ländlichen Raum bei. Zusätzlich ist der DED mit der Entwicklungsmaßnahme „Steinkonservierung in Angkor“ in diesem Schwerpunkt aktiv.

Ziel ist, Bauernverbände und Kooperativen in die Lage zu versetzen, ihre Mitglieder kompetent zu Erhöhung der Produktivität und Qualität sowie zu besseren Vermarktungsstrategien landwirtschaftlicher Produkte und lokal produzierter Erzeugnisse zu beraten. Außerdem unterstützen private und staatliche Dienstleister kleinste, kleine und mittlere Unternehmen technisch und organisatorisch und fördern dadurch Investitionen und die Ausweitung wirtschaftlicher Tätigkeiten.

Gesundheit, Familienplanung, HIV/AIDS
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Ausbildung von Mitarbeitern im Gesundheitssektor und auf die Einführung von Qualitätsstandards in der Aus- und Fortbildung von medizinischem Personal. Krankenschwestern und Hebammen werden in die Lage versetzt, Pflegeschülerinnen bei der praktischen Ausbildung zu unterstützen und diese selbständig anzuleiten Dadurch erhöht sich die Qualität der medizinischen Versorgung für die ländliche Bevölkerung. Des Weiteren intensivieren Praxisanleiter den Wissenstransfer zwischen Praxis und Lehre, wodurch sich die medizinische Ausbildung verbessert.

Querschnittsbereich: Förderung der Demokratie, Zivilgesellschaft, öffentliche Verwaltung und gute Regierungsführung
Der DED leistet seinen Beitrag auf dezentraler Ebene und unterstützt dabei den Dezentralisierungsprozess und die Verwaltungsreform. Folgende Ziele sind angestrebt: Dabei sollen lokale Verwaltungen in den vier Provinzen Battambang, Kampot, Siem Reap und Takeo in die Lage gebracht werden, ihre Dienstleistung effizient und bürgernah anzubieten. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden gestärkt, um das Recht auf Wohnen, Zugang zu Land (Wald, Farmland und Fischgründe) und die Sicherung von Landtiteln ( Tenure Security ) einzufordern und die betroffene Bevölkerung zu unterstützen.

Beiträge außerhalb der Schwerpunkte

Ziviler Friedensdienst
Zielgruppe des ZFD-Programms „Versöhnung und Gerechtigkeit im Umfeld des Khmer Rouge-Tribunals" (KRT) ist die Gesamtbevölkerung Kambodschas, speziell überlebende Opfer des Khmer Rouge-Regimes sowie die Mitarbeitenden der Partnerorganisationen als Mittler. Neben der Erneuerung des kambodschanischen Justizwesens in Bezug auf Transparenz  und Zugang zur Rechtssprechung soll die kambodschanische Bevölkerung neue Wege finden, um mit dem Schrecken der Vergangenheit umzugehen. Die Verantwortung von Staat und Zivilgesellschaft für eine demokratische, friedliche Entwicklung ist Konsens.

"weltwärts mit dem DED"
Das weltwärts-Programm bietet Freiwilligen die Mitarbeit im Umweltbereich, in der Jugendarbeit sowie bei sozialen Diensten. Es stehen rund 22 Plätze zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Kambodscha.

Kontakt

Regionalgruppe Asien
E-Mail: asien@ded.de

Weitere Informationen:

Asien

Landesbüro.

Deutscher Entwicklungsdienst gGmbH
P.O. Box 628
Phnom Penh
Kambodscha
E-Mail: khm@ded.de

Webseite des DED in Kambodscha.

http://kambodscha.ded.de

Webseite der deutschen EZ in Kambodscha.

http://www.gdc-cambodia.org

Aus der Praxis.

„You’ll never walk alone“: Fußball in Kambodscha
Fußball wird in Kambodscha immer beliebter. Doch das Angebot an organisierten Trainings ist begrenzt. Die lokale NGO "SALT Academy" versucht daher, den Sport vor allem sozial benachteiligten Jugendlichen näher zu bringen. Unterstützt wird sie dabei vom weltwärts-Freiwilligen Friedrich Hüttner.

Aus der Praxis - dazu mehr...

„Ich möchte ein Friedensstifter sein“ - Kambodschas vergessene Kindersoldaten
Bei der Aufarbeitung der Khmer Rouge-Zeit wurde in Kambodscha bisher hauptsächlich auf die Opfer des Regimes geblickt. Die Täter gerieten dabei oft in Vergessenheit. Kindersoldaten sind Täter und Opfer zugleich. Auf der Konferenz “Youth together in action for memory culture“ Ende September 2009 in Siem Reap sprachen ehemalige Kindersoldaten über ihre grausamen Erfahrungen und den Umgang mit ihrer Vergangenheit.

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Schritte auf dem Weg zur Versöhnung
Am ersten Märzwochenende 2007 hat in Siem Reap das erste Forum zum Khmer Rouge Tribunal stattgefunden. Die Veranstaltung in Kooperation mit der DED-Partnerorganisation "Center for Social Development" (CSD) war der Startschuss für eine Serie von Treffen - insgesamt 18 - im ganzen Land über die nächsten drei Jahre.

- dazu mehr...

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