Indonesien .

Rahmenbedingungen
Seit dem Zusammenbruch des Suharto-Regimes und insbesondere seit den Parlamentswahlen von 2009 hat sich die Demokratie in Indonesien weiter gefestigt. Ausdruck dessen ist auch der bisher erfolgreiche Friedensprozess in der Provinz Aceh nach der Tsunamikatastrophe.
Im Mittelpunkt des politischen Wandels steht nach wie vor die weitgehende Dezentralisierung, die zugleich als Chance und Risiko wahrgenommen wird. Die Stärkung der nationalen Wirtschaft, massive Verbesserungen im Bildungssektor sowie Ausbau und qualitative Verbesserung der Infrastruktur stellen wichtige Herausforderungen für die nächsten Jahre dar.
Rechtsunsicherheit, schlechtes Investitionsklima, Reformstau, Korruption und eine ausufernde Bürokratie sind allgegenwärtig und stellen erhebliche Entwicklungshemmnisse dar. Eine Reihe dieser Probleme wie z.B. Korruption werden jedoch erkannt und zunehmend bekämpft.
Das Wirtschaftssystem in Indonesien ist geprägt von marktwirtschaftlichen Strukturen mit starken staatlichen Eingriffselementen. Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung werden im informellen Sektor erwirtschaftet. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise sind z.T. aufgrund der Erfahrungen mit der Asienkrise bisher noch vergleichsweise gering. Dennoch leben etwa 46 Prozent der Einwohner Indonesiens unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bleiben gravierende Probleme.
Insbesondere seit der Weltklimakonferenz 2007 in Bali und der Einstufung Indonesiens als weltweit drittgrößter CO2 -Emittent verstärken Indonesien und die bi- und multilaterale Gebergemeinschaft ihr Engagement im Klimaschutz, in dem Waldwirtschaft einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Indonesien ist Ankerland und gehört zu den ältesten und wichtigsten entwicklungspolitischen Partnern Deutschlands. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
- Klimawandel
- Privatsektorentwicklung
- Gute Regierungsführung/Dezentralisierung
Die Provinzen Nusa Tenggara Ost und West (Kleine Sundainseln), die am unteren Ende der nationalen Einkommensskala stehen, das für den Klimawandel besonders relevante Kalimantan sowie Zentraljava und Yogyakarta sind Schwerpunktregionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Engagement des DED
Der DED ist seit 2006 in Indonesien und inzwischen in allen drei Schwerpunkten mit Programmen in enger Zusammenarbeit mit GTZ und KfW vertreten.
Gute Regierungsführung/Dezentralisierung
Durch die Stärkung von Provinz- und Distriktregierungen sowie von Institutionen der Zivilgesellschaft im Prozess der Dezentralisierung und des Capacity Building für Good Local Governance wird eine stabile politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefördert, die zu einer nachhaltigen Armutsminderung beiträgt. Der DED-Beitrag wird zusammen mit der GTZ und InWEnt im Rahmen eines programmbasierten Mehr-Ebenen-Ansatzes geleistet. Nationaler Partner ist das Innenministerium.
Klimawandel
Der DED hat im neuen Schwerpunkt „Klimawandel“ eine enge Zusammenarbeit mit dem Forstministerium sowie mit GTZ und KfW aufgebaut, regional fokussiert auf die Provinzen West- und Ostkalimantan. Inhaltlich konzentriert sich der DED mit seinen Partnern ausschließlich auf den Kernkompetenzbereich Klima/Wald. Die Arbeitsfelder Wald- und Biodiversitätserhalt, Capacity Building in Lokalverwaltungen und bei Nutzergruppen sowie Umweltbildung stehen im Fokus des DED Engagements. Ausgewählte Provinz- und Distriktbehörden sollen dadurch in die Lage versetzt werden, Landnutzungs- und Forstmanagementpläne zu erstellen und umzusetzen, sowie diese an die Landnutzer zu vermitteln. Öffentliche Verwaltungen erkennen die Klimaproblematik und berücksichtigen diese in deren Interventionsbereichen zunehmend.
Privatsektorentwicklung
Dieser Schwerpunkt zielt auf die Kernkompetenzbereiche Privatwirtschaftsförderung und Berufliche Bildung. Ziel der Zusammenarbeit in diesem Schwerpunkt ist es, wirtschaftliches Wachstum breitenwirksam zu verankern. Dabei sind die Förderung eines leistungsfähigen Mittelstandes, die Verbesserung der beruflichen Bildung sowie entsprechende Serviceleistungen der öffentlichen Verwaltungen vorrangige Themenbereiche. DED , GTZ, KfW und InWEnt werden ihre Beiträge im Rahmen eines programmorientierten Mehr-Ebenen- Ansatzes bündeln. Dabei werden klein- und mittelständische Unternehmen in ihren Innovations- und Managementfähigkeiten unterstützt, nachfrageorientierte Serviceleistungen der öffentlichen Verwaltungen werden für sie erbracht. Absolventen von Berufsbildungseinrichtungen verfügen über am Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikationen, die arbeitsmarktgerecht bereitgestellt sind.
"weltwärts mit dem DED"
Das Freiwilligenprogramm weltwärts konnte 2009 mit der Prüfung von Einsatzplätzen beginnen. Die Entsendungen sollen 2010 erfolgen.
Weitere Information finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Indonesien.
Kontakt
Regionalgruppe AsienE-Mail: asien@ded.de
Weitere Informationen:
Asien
Landesbüros.
German Development Service
Menara BCA, Grand Indonesia, 46th Floor
Jalan Thamrin 1
Jakarta 10310
Indonesia
E-Mail: idn@ded.de
Webseite des DED in Indonesien.
Aus der Praxis.
Staatspräsident würdigt Aufbauerfolge in Aceh und Nias
„Fest der Menschlichkeit“ - unter diesem Motto fand vom 13. bis 14. Februar 2009 in Jakarta das vierte Koordinationsforum für Aceh und Nias statt.
Wiederaufbau in Aceh, Indonesien: Ein Entwicklungshelfer zieht Bilanz Die Seebebenkatastrophe im Dezember 2004 war Anlass für ein Sonderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Indonesien, an dem sich auch der DED beteiligte. Das DED-Programm wurde Ende 2008 beendet. Ein Interview mit dem DED-Entwicklungshelfer Frank Wiesemann, der das Programm seit Beginn begleitet hat.

