Nepal .

Rahmenbedingungen
Nach dem Zusammenbruch der von den Maoisten geführten Regierung im Mai 2009 wurde Nepal als Krisenland eingestuft. Angesichts der politischen und regionalen Konflikte können auch direkte Bedrohungspotentiale erwachsen. Die bisherige Politik ist gekennzeichnet von Zusagen, die auf Druck von Partikularinteressen gemacht werden, ungeachtet der Umsetzungsmöglichkeiten. In der Bevölkerung führt dies zu wachsender Enttäuschung, anhaltender Gesetzlosigkeit und zu Gewaltaktionen in Form von Streiks, Verkehrsstörungen und sonstigen Blockaden. Die grassierende Frustration breitester Bevölkerungsschichten wird noch zusätzlich genährt durch anhaltende Stromsperren (bis zu 16 Stunden am Tag), Versorgungsengpässe insbesondere bei Treibstoffen, aber auch zunehmend bei Nahrungsmitteln.
Statistisch betrachtet gehört Nepal weiterhin zu den sozialökonomisch ärmsten Ländern unserer Welt. Rund 25 Prozent der Bevölkerung leben von einem US-Dollar pro Tag, rund zwei Drittel unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag. Nepal verfügt, bis auf Wasser und Wald, kaum über relevante natürliche Ressourcen und verarbeitende Industrien. Hauptbeschäftigungs- und Einnahmequelle für die Mehrheit der Bevölkerung stellt traditionell und auf lange Sicht die Land- und Forstwirtschaft dar. Die schnell wachsenden Städte des Terai werden künftig ein ebenfalls wichtiger Motor wirtschaftlicher Entwicklung sein. Ein weiterer bedeutsamer Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus.
Die insgesamt geringe Wirtschaftskraft spiegelt sich wider in einem unzureichend entwickelten Bildungssystem, einem Mangel an Angeboten am funktionierenden Gesundheitseinrichtungen in den ländlichen Gebieten sowie einem finanziell und personell schlecht ausgestatteten Staatsapparat. Somit sind benachteiligte ärmere Gruppen der Bevölkerung von Dienstleistungen und Teilhabe an Entscheidungsprozessen der Gemeinschaft traditionell und andauernd ausgeschlossen. Das betrifft in erster Linie Mitglieder der so genannten unteren Kasten (Dalits), ethnische Minderheiten (Janajatis) und vor allem Frauen und Mädchen.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die Regierungsverhandlungen vom Dezember 2008 haben die drei Schwerpunkte erneut bestätigt:
- Förderung von kommunaler Selbstverwaltung und Zivilgesellschaft
- Gesundheit
- Erneuerbare Energien/Energieeffizienz
Engagement des DED
Der DED wird weiterhin im Bereich „Kommunalentwicklung und Zivilgesellschaft“ seinen Hauptbeitrag leisten. Ziel der Maßnahmen ist die Unterstützung einer demokratischen, dezentralisierten und bürgernahen Staatsstruktur, die eine starke lokale Selbstverwaltung, die Einbeziehung traditionell ausgegrenzter Gruppen der nepalesischen Gesellschaft und ein Armut minderndes Wirtschaftswachstum befördert. Partner bleiben kommunale Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Organisationen.
Darüber hinaus engagiert sich der DED im Schwerpunkt: „Erneuerbare Energien“. Die dezentrale Versorgung der Bevölkerung mit erneuerbaren Energien wird von den DED -Fachkräften durch die Förderung von Vermarktung und Nutzung derselben und hier insbesondere von Biogas unterstützt.
Der Zivile Friedensdienst trägt den wechselhaften politischen Verhältnissen durch flexible Antworten auf die Lage Rechnung und strebt dabei eine enge Verflechtung mit den Entwicklungsmaßnahmen in den Schwerpunkten an.
Kommunalentwicklung und Zivilgesellschaft
Der DED unterstützt die Bemühungen um Dezentralisierung und Partizipation der Bevölkerung an Entscheidungsprozessen. Er konzentriert sich auf unterprivilegierte Gruppen, die in die Lage versetzt werden, sich zu organisieren, ihre Interessen zu vertreten und ihre Rechte wahrzunehmen.
Auf der Seite des Staates, besonders der Kommunen, hat der DED durch technische Beratung zur Erstellung von Planungsgrundlagen (z.B. Stadtentwicklungspläne) und dadurch zu partizipativer Stadtentwicklungspolitik beigetragen. Synergien zur Zielerreichung werden weiterhin in Kooperation mit dem GTZ-Vorhaben „ Urban Development through Local Efforts“ geschaffen.
Die Maßnahmen des DED im Arbeitsfeld Zivilgesellschaft zielen insbesondere auf die Stärkung der Rechte und Interessen von Frauen und die Unterstützung in gesellschaftspolitischen Themen wie Kinderhandel.
Erneuerbare Energien
Ein DED-Beitrag in diesem Schwerpunkt wird sich zu Beginn auf dezentrale Ansätze zur effizienten Nutzung erneuerbarer und alternativer Energie (z.B. Biogas) konzentrieren.
Beiträge außerhalb der Schwerpunkte
Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung
Der DED nutzt die Möglichkeit, Friedensförderung und konfliktsensitives Handeln in allen deutschen Vorhaben weiter zu verankern und diese Herangehensweise auch internationalen und nationalen Nichtregierungsorganisationen im Lande anzubieten. Zusammen mit den Partnerorganisationen, der Nationalen Menschenrechtskommission (NHCR) und Organisationen der Zivilgesellschaft sollen Methoden ziviler Konfliktbearbeitung implementiert und die Akteure des Friedensbildungsprozesses vernetzt werden. Dies wird durch die Einrichtung von regionalen Konfliktberatern weiter unterstützt.
"weltwärts mit dem DED"
In Nepal sind für 2009 zehn Plätze für einen Einsatz von weltwärts-Freiwilligen vorwiegend im sozialen Bereich geprüft. In den Folgejahren sollen je nach politisch-sozialer Lage bis zu 25 Freiwillige zum Einsatz kommen.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Nepal.
Kontakt
Regionalgruppe AsienE-Mail: asien@ded.de
Weitere Informationen:
Asien
Landesbüro.
German Development Service
P.O. Box 442
Kathmandu
Nepal
E-Mail: npl@ded.de

