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Äthiopien .  

Kartenausschnitt Äthiopien

Rahmenbedingungen

Die entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen sind widersprüchlich. Mit einem Rang von 171 (von 182 Ländern) auf dem Human-Development-Index 2009 zählt Äthiopien zu den ärmsten Ländern der Welt, ein Teil der ländlichen Bevölkerung überlebt nur durch ausländische Nahrungsmittelhilfe. Jedoch zeigt sich seit einigen Jahren ein ökonomischer Wandel, der durch eine starke Entwicklungsorientierung der Regierung mit dem Ziel der Schaffung besserer sozialer Dienstleistungen, breiter Beschäftigung und Verbesserung der Lebensverhältnisse getragen wird.

Auf der anderen Seite stimmt die Entwicklung des politischen Rahmens weniger hoffnungsvoll: Die Einengung von politischen Spielräumen wie z.B. durch das neue Gesetz für Nichtregierungsorganisationen und auch Menschenrechtsverletzungen sind und werden an der Tagesordnung bleiben. Demokratisierung ist ein eher mittelfristiges Ziel, dem sich in kleinen Schritten und parallel zu gelungener Entwicklungsarbeit angenähert wird.

Die Sicherheitslage Äthiopiens ist relativ stabil und stellt – von der Region des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) mit ihren Konflikten abgesehen – zurzeit keine wesentliche Gefährdung der DED-Arbeit dar. Risiken bleiben ein möglicher Krieg mit Eritrea, den Äthiopien nach Mehrheitsmeinung nicht beginnen wird und der gegebenenfalls wohl auf die Grenzregion beschränkt bliebe, der Nahrungsmittelpreisanstieg und mehrere Bombenanschläge pro Jahr, die eine schwer kalkulierbare Gefahr darstellen.

Das starke Bevölkerungswachstum (2008 etwa 74 Mio. Menschen, 2050 geschätzte 170 Mio.) prägt die mögliche langfristige Entwicklung.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte:

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Nachhaltige Landbewirtschaftung
  • Stadtentwicklung und Dezentralisierung

Ergänzt werden die Schwerpunkte durch Beiträge zur Gemeinschaftsfinanzierung „Protection of Basic Services (PBS)“, zu den Querschnittsthemen HIV-AIDS-Prävention und -Bekämpfung / Reproduktive Gesundheit und Gender sowie zur Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung.

Engagement des DED

Der DED engagiert sich in allen drei Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, wobei das Programm des Zivilen Friedensdienstes als Programmbereich im dritten Schwerpunkt angesiedelt ist. Neben seinen Schwerpunktbeiträgen unterstützt der DED den Aufbau des Informations- und Kommunikationssektors in Kooperation mit der Weltbank. Weiterhin berät er das regionale Weltbankbüro im Bereich Bewässerung. Die Themen HIV-AIDS / Reproduktive Gesundheit und Gender werden als Querschnittsthemen in allen DED -Entwicklungsmaßnahmen besonders berücksichtigt.

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Oberstes Ziel des deutschen „Engineering Capacity Building Programmes“ (ECBP) ist die umfassende Modernisierung ausgewählter Wirtschaftssektoren und der sie unterstützenden Institutionen durch Fördermaßnahmen in den Komponenten Universitätsreform, Berufsbildung, Qualitätsmanagement, Normen und Standards sowie der Entwicklung des Privatsektors. Durch die erwartete erhöhte Wettbewerbsfähigkeit sollen Arbeitsplätzen geschaffen, das Einkommen gesteigert sowie gestiegene Exporterlöse erzielt werden. Dadurch wird eine breite Armutsminderung erwartet.

Der DED engagiert sich schwerpunktmäßig in der Komponente Privatsektorentwicklung und in geringerem Maße im Bereich Qualitätsmanagement, Normen und Standards. Dabei steht die Optimierung produktbezogener Wertschöpfungsketten (Leder, Textil, Bauwirtschaft, Agrarsektor, Metallbau und Pharmasektor) im Zentrum. Die zentralen Arbeitsbereiche sind dabei die Umstrukturierung von Unternehmen, die Integration kleiner und mittlerer Betriebe, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Privatwirtschaftsentwicklung sowie die Stärkung der sektoralen Interessenvertretungen. Die Förderung von Unternehmerinnen betreut der DED federführend. Im Kontext der Komponente Qualitätsmanagement, Normen und Standards zielt die Unterstützung beim Aufbau des Verbraucherschutz-Verbandes auf die Stärkung des allgemeinen Qualitätsbewusstseins.

Nachhaltige Landbewirtschaftung/Sustainable Landmanagement
Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist eine Verbesserung der Ernährungssituation bäuerlicher Haushalte auf der Basis einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zunächst in den drei Hochlandregionen Amhara, Tigray und Oromia. Durch den Einsatz von Entwicklungshelfern soll die nachhaltige Inwertsetzung rehabilitierter Flächen in Wassereinzugsgebieten verbessert und dadurch ein Beitrag zu Ernährungssicherung und Produktivitätssteigerung geleistet werden, der die Maßnahmen von GTZ und KfW auf zielgruppennaher Ebene ergänzt. Darüber hinaus soll ein Beitrag zu einer besseren Befähigung des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes und damit zu einer breiten Umsetzung des Programms Sustainable Land Management (SLM) geleistet werden. Eine enge Verzahnung mit den ECBP-Wertschöpfungsketten ist angedacht. Ein Koordinator unterstützt die Programmsteuerung.

Beitrag außerhalb der Schwerpunkte

Ziviler Friedensdienst (ZFD)
Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, die Kapazitäten nationaler, regionaler und lokaler Akteure in der Konfliktbearbeitung zu stärken und diese zu befähigen, bereits manifeste Konflikte systematisch und dauerhaft zu transformieren sowie regionale und nationale Konfliktbearbeitungsstrategien zu gestalten. Konfliktfelder sind insbesondere die Grenzkonflikte zwischen der Süd- und der Oromia-Region, ländliche und urbane Konflikte. Eine neue Rollenteilung zwischen Staat, Zivilgesellschaft und betroffenen Gruppen ist ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes.

Querschnittsthemen
DED-Fachkräfte arbeiten in den Bereichen HIV-AIDS/Reproduktive Gesundheit und Gender, um fachgerechte Beiträge für alle Entwicklungsmaßnahmen des DED in Äthiopien sicherzustellen. Ziel ist es, zu einem angepassten und verantwortlichen Sexualverhalten beizutragen. Im Gender-Kontext sollen eine bessere Verzahnung der deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, eine Vertretung in der entsprechenden Arbeitsgruppe der Deutschen Afrika Gesellschaft (DAG) und insgesamt bessere Ergebnisse durch Maßnahmen erreicht werden, die nach Gendergesichtspunkten gestaltet worden sind.

„weltwärts mit dem DED“
Das weltwärts-Programm wird in Äthiopien aufgebaut. Der Aufenthalt junger Menschen in Äthiopien wird zielkonform und konfliktarm gestaltet.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Äthiopien.

Kontakt

Regionalgruppe Ost- und Südliches Afrika
E-Mail: suedostafrika@ded.de

Weitere Informationen:

Östliches und Südliches Afrika

Landesbüro.

German Development Service
P.O. Box 2725
Addis Abeba
Äthiopien
E-Mail: eth@ded.de

Aus der Praxis.

Kaffee gegen HIV?
In Äthiopien sind 2,2 Prozent der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert – eine recht geringe HIV-Prävalenzquote für Subsahara-Afrika. Doch vor allem urbane Zentren sind mit einer Quote von vier bis 14 Prozent überdurchschnittlich stark betroffen. Die DED-Entwicklungshelferin Karolina Santana berichtet von einem innovativen Konzept der HIV-Prävention: Aufklärungsarbeit während traditioneller Kaffeezeremonien.

Aus der Praxis - dazu mehr...

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