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Äthiopien .  

Kartenausschnitt Äthiopien

Rahmenbedingungen

Obwohl Äthiopien zu den ärmsten Ländern der Welt zählt und ein Teil der ländlichen Bevölkerung nur durch ausländische Nahrungsmittelhilfe überlebt, hat seit einigen Jahren ein ökonomischer Wandel Fuß gefasst, der durch eine starke Entwicklungsorientierung und Eigenverantwortung der Regierung in Richtung bessere soziale Dienstleistungen, breite Beschäftigung und Verbesserung der Lebensverhältnisse besonders in ländlichen Räumen angetrieben wird. Ein mehrjähriges Wirtschaftswachstum von etwa 10 Prozent und Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele belegen die Erfolge, während der autoritäre „Entwicklungsstaat“, der sich mit Privatwirtschaft (noch) schwer tut, bremsend wirkt.

Die Entwicklung des politischen Rahmens stimmt weniger hoffnungsvoll: Machterhalt steht für die Regierung an erster Stelle, Wahl-Manipulation, Einengung von politischen Spielräumen und auch Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Eine autoritäre Regierung steht für Stabilität – ein knappes Gut im Horn von Afrika. Demokratisierung ist ein eher mittelfristiges Ziel, dem sich in kleinen Schritten und parallel zu gelungener Entwicklungsarbeit angenähert wird. Zudem wird das hohe Bevölkerungswachstum die langfristigen Entwicklungen prägen.

Die Leistung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist in Äthiopien hoch anerkannt. Dies bietet die Chance, über kritischen Dialog und praktische Beispiele zu langsamem Bewusstseinswandel und Veränderung beitragen zu können.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Äthiopien ist Partnerland der deutschen EZ. Das Engagement konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Nachhaltige Landbewirtschaftung
  • Stadtentwicklung und Dezentralisierung

Engagement des DED

Der DED engagiert sich in allen drei Schwerpunkten der deutschen EZ. Darüber hinaus unterstützt der DED den Aufbau des Informations- und Kommunikationssektors in Kooperation mit der Weltbank. Das Thema „HIV/AIDS-Prävention und -Bekämpfung“ wird als Querschnittsthema in allen DED-Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt. 

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Das Hauptziel des deutschen Engagements ist die umfassende Modernisierung des privaten Wirtschaftssektors und der ihn unterstützenden Institutionen durch Förderung in den vier Bereichen Universitätsreform, Berufsbildung, Qualitätsmanagement, Normen und Standards sowie Privatsektorentwicklung. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen mittels erhöhter Wettbewerbsfähigkeit in ausgewählten Produktbereichen wird eine breite Armutsminderung bewirkt.

In der Privatsektorentwicklung stärken DED-Fachkräfte Regionen in der Gestaltung ihrer Wirtschaftspolitik, beraten Unternehmen bei der (Neu)-Ausrichtung der Produktion, fördern Klein- und Kleinstunternehmen durch Qualifizierungmaßnahmen und Beratungsangebote, bauen sektorale Interessenvertretungen auf und stärken das Qualitätsbewusstsein. Die Förderung von Unternehmerinnen betreut der DED federführend. Im Bereich „Berufsbildung“ fördert der DED den Aufbau eines für alle Zielgruppen offenen und finanziell tragfähigen Berufsbildungssystems, das eine bedarfsgerechte Qualifizierung für abhängige, unternehmerische und auch subsistenzwirtschaftliche Tätigkeiten ermöglicht und damit die Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten der Menschen verbessert. Der DED berät hier staatliche und nicht-staatliche Ausbildungsinstitutionen, ihr Angebot auf mehr Arbeitsmarktbezug und Nachfrageorientierung auszurichten.

Nachhaltige Landbewirtschaftung
Ziel der deutschen EZ ist eine Verbesserung der Ernährungssituation bäuerlicher Haushalte auf der Basis einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in den drei Hochlandregionen Amhara, Tigray und Oromia. Entwicklungshelfer auf Gemeindeebene helfen, rehabilitierte Flächen in Wassereinzugsgebieten nachhaltig zu nutzen und dadurch ein Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten, der die Maßnahmen von GTZ und KfW Entwicklungsbank auf zielgruppennaher Ebene ergänzt.

Ziviler Friedensdienst (ZFD)
Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, die Kapazitäten nationaler, regionaler und lokaler Akteure in der Konfliktbearbeitung zu stärken und diese dadurch zu befähigen, Konflikte systematisch und nachhaltig zu transformieren und regionale und nationale Konfliktbearbeitungsstrategien zu gestalten. Konfliktfelder sind Grenzkonflikte zwischen der Süd- und der Oromia-Region, ländliche und urbane Konflikte. Eine neue Rollenteilung zwischen Staat, Zivilgesellschaft und betroffenen Gruppen ist ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes.

Beitrag außerhalb der Schwerpunkte
In Kooperation mit der Weltbank unterstützt der DED äthiopische Partner beim Ausbau des Telekommunikations- und Informationssystems mit dem Ziel, der Öffentlichkeit eine breitere und effizientere Informations- und Kommunikationsbasis anzubieten. Die Fachkräfte sind in Komponenten wie E-Learning, Ausbildung und Forschung, technischer Aufbau privater und zivilgesellschaftlicher Dienstleister (z.B. kommunaler Radiosender) tätig. Außerdem ist ein HIV-AIDS-Querschnittsberater für das Gesamtprogramm des DED in Äthiopien eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Äthiopien.

Stand: März 2009

Kontakt

Regionalgruppe Ost- und Südliches Afrika
E-Mail: suedostafrika@ded.de

Weitere Informationen:

Östliches und Südliches Afrika

Landesbüro.

German Development Service
P.O. Box 2725
Addis Abeba
Äthiopien
E-Mail: eth@ded.de

Aus der Praxis.

Kaffee gegen HIV?
In Äthiopien sind 2,2 Prozent der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert – eine recht geringe HIV-Prävalenzquote für Subsahara-Afrika. Doch vor allem urbane Zentren sind mit einer Quote von vier bis 14 Prozent überdurchschnittlich stark betroffen. Die DED-Entwicklungshelferin Karolina Santana berichtet von einem innovativen Konzept der HIV-Prävention: Aufklärungsarbeit während traditioneller Kaffeezeremonien.

Aus der Praxis - dazu mehr...

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