Kenia .

Rahmenbedingungen
Trotz wachsender Mittelschicht liegt Kenia wirtschaftlich deutlich unter dem Durchschnitt Subsahara-Afrikas. Nach Angaben der African Development Bank hat die Armut über die letzten zehn Jahre zwar abgenommen, liegt aber immer noch bei ca. 45 Prozent. Hinzu kommt eine große und zunehmende Ungleichverteilung der Einkommen. Dienstleistungen tragen mit 50 Prozent zur Wertschöpfung bei (Industrie nur mit knapp 20 Prozent), aber die Landwirtschaft ist mit einem ca. 25 prozentigen Anteil und guten Wachstumszahlen in den letzten Jahren immer noch der Sektor mit den meisten Erwerbstätigen. Landwirtschaft und ländlicher Raum bleiben deshalb Schlüsselbereiche für die Entwicklung Kenias.
Die geringe Problemlösungskapazität der gegenwärtigen Regierung stellt das Kernproblem Kenias dar, das der Entfaltung seines wirtschaftlichen Potenzials entgegensteht. Wichtige Reformprojekte wie die Verfassungsreform und vor allem die Landreform werden nicht vorangebracht, eine ineffiziente Verwaltung und Rechtsprechung in Verbindung mit Korruption verschärft das Problem und steht einem Ordnungsrahmen im Wege, der für rasche Wirtschaftsentwicklung nötig wäre.
Kenias Entwicklungspolitik wird von einer Vielzahl von Gebern unterstützt. Deutschland ist siebtgrößter bilateraler Geber. Neben der Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen sind die aktive Zivilgesellschaft und der wachsende Privatsektor gute Ansatzpunkte für geberunterstützte Entwicklungsmaßnahmen.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die deutsch-kenianische Zusammenarbeit basiert auf drei Schwerpunkten:
- Privatsektorförderung in der Landwirtschaft
- Entwicklung des Wassersektors: Städtische Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Wasserressourcenmanagement
- Reproduktive Gesundheit und Gesundheitsfinanzierung
Daneben gibt es einen Gestaltungsspielraum in den Bereichen Gute Regierungsführung, Energie und Bildung.
Engagement des DED
Der DED engagiert sich in allen drei Schwerpunkten. Er unterstützt im Rahmen gemeinsamer Programme mit KfW und GTZ und internationaler Kooperationen die Reformbestrebungen der kenianischen Regierung, vor allem auf lokaler und regionaler Ebene.
Privatsektorförderung in der Landwirtschaft
Der Privatsektor hat im Agrarbereich eine Schlüsselrolle bei der Armutsminderung und bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen inne. Der DED berät in Zusammenarbeit mit der GTZ und der KfW landwirtschaftliche Produzenten, bäuerliche Kleinbetriebe, Erzeuger- und Verarbeitungsgemeinschaften und deren Dachverbände. In Anlehnung an die zentrale kenianische Landwirtschaftsstrategie werden Agrardienstleistungsanbieter in technischer, marktwirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht befähigt, wirtschaftliche Potenziale und Anbaumethoden sowie innovative exportorientierte Wertschöpfungsketten zu identifizieren und zu nutzen. Besonders erfolgreich – gerade auch unter Armutsgesichtspunkten – ist die Unterstützung eines Ziegenzuchtverbandes, der von kleinen Anfängen mittlerweile national aufgestellt ist und mehr als 15.000 Mitglieder umfasst. Zertifizierte Standardisierung führt zu nachhaltig höheren Einkommen und ist ein zentrales Ziel der strukturbildenden Förderung durch den DED .
Entwicklung des Wassersektors
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die kenianische Regierung bei der Umsetzung der Wassersektorreform. Bessere Wasserversorgung und tragfähige Abwasserkonzepte, die auch ärmere Bevölkerungsschichten erreichen, werden, über Regulierungsmechanismen gesteuert, durch kommerziell arbeitende Eigenbetriebe erbracht. Dies ist Kern der Reform, die aber ebenso auf das nachhaltige Management und die langfristige Verfügbarkeit der Wasserressourcen abstellt. Komplementär zu den Maßnahmen von GTZ und KfW berät der DED die neu geschaffenen regionalen Institutionen, die beide Aspekte abdecken. So hat der DED dazu beigetragen, dass die Grunddaten für das Ressourcenmanagement wieder systematisch aufgenommen und zur Verfügung gestellt werden und dass sich Wassernutzergruppen bilden. Die langfristige Beratung ist für den Auf- und Ausbau organisatorischer Kapazitäten in diesem Bereich genauso wichtig wie für die Wasserversorger. Um auf kommerzieller, langfristiger Basis qualitätskontrolliertes Trinkwasser bereitstellen und Abwasser entsorgen zu können, werden in der Provinz Western die Eigenbetriebe und Anlagenbesitzer technisch, wirtschaftlich und organisatorisch beraten. Dabei geht es unter anderem darum, die arme Bevölkerung z.B. über Wasserkioske an die formalen Strukturen anzuschließen, damit ihre Zwangslage nicht durch informelle Methoden des Wasserverkaufs (mit meist zweifelhafter Wasserqualität und hohen Preisen) ausgenutzt wird. Nur so lässt sich das Menschenrecht auf Wasser verwirklichen.
Reproduktive Gesundheit und Gesundheitsfinanzierung
Der DED unterstützt die kenianische Gesundheitsstrategie im Rahmen des deutschen Gesundheitsprogramms. Dabei konzentriert sich der DED auf zwei Komponenten. In Kooperation mit der GTZ werden der Aufbau und die Stärkung von Gender Based Violence Recovery Centres an Kliniken des Landes unterstützt. Träger sind private, religiöse oder staatliche/kommunale Institutionen. Die Maßnahmen dieser Komponente sind angelaufen und haben sich im Einklang mit der Umorientierung des deutschen Beitrags aus dem engeren Themenfeld „Eindämmung der weiblichen Genitalverstümmelung“ entwickelt. Daneben berät der DED sehr erfolgreich Kommunen und über den kenianischen Arbeitgeberverband den Privatsektor beim Aufbau von HIV/AIDS-Arbeitsplatzprogrammen, deren Ziel es ist, Verhaltensänderungen zu bewirken und Stigmatisierung abzubauen.
Beiträge außerhalb der Schwerpunkte
Ziviler Friedensdienst (ZFD)
Im April 2009 ist die erste Friedensfachkraft des DED in Kenia eingereist. Sie berät den Media Council of Kenya in Fragen einer konfliktsensiblen und friedensfördernden Berichterstattung. Zwei weitere Plätze (Unterstützung von Binnenflüchtlingen und Netzwerkbildung/Koordination) sind ebenfalls Teil dieser Maßnahme.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Kenia.
Kontakt
Regionalgruppe Ost- und Südliches AfrikaE-Mail: suedostafrika@ded.de
Weitere Informationen:
Östliches und Südliches Afrika
Landesbüro.
German Development Service
P.O. Box 47136
00100 Nairobi
Kenia
E-Mail: ken@ded.de

