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Kenia .  

Kartenausschnitt Kenia

Rahmenbedingungen

Kenia ist mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 580 US-Dollar eines der ärmeren Länder Afrikas. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut. Dies wird durch eine sehr starke Ungleichverteilung der Einkommen verschärft. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über 42 Prozent des Landeseinkommens, während die ärmsten zehn Prozent weniger als ein Prozent einnehmen.

Das seit einigen Jahren kontinuierlich steigende wirtschaftliche Wachstum hat sich auf Grund der Auseinandersetzungen im Nachgang der Wahlen im Dezember 2007 deutlich verringert. Insbesondere der Tourismus leidet darunter. Inwieweit die Bildung der großen Koalition unter Präsident Kibaki und Ministerpräsident Odinga zu einer handlungsfähigen Regierung führt, die die eigentlichen Probleme Kenias – gravierende Ungleichheit im Zugang zu Chancen und Ressourcen, fehlende Verfassungsreform, Landreform etc. – wirklich angeht, bleibt abzuwarten.

Die Bedarfe in der Grundbildung können aufgrund fehlender Infrastruktur und mangelnder Personalkapazitäten nicht gedeckt werden. In der Gesundheitsversorgung bestehen ebenfalls Defizite. Durch unzureichenden Zugang zu Trinkwasser und Sanitärdiensten wird die Gesundheitsproblematik verstärkt. Ein Bevölkerungswachstum von etwa 2,5 Prozent pro Jahr und die immer noch hohe HIV/AIDS-Prävalenz verschärfen das Problem zusätzlich.

Kenia hat eine sehr aktive Zivilgesellschaft. In den letzten Jahren hat sich eine freie und vielfältige Medien- und Presselandschaft entwickelt, der insbesondere in der derzeit politisch sensiblen Situation eine besondere Rolle zukommt. Die Berichterstattung während und nach den Wahlen deutet darauf hin, dass diese Rolle auch angenommen wird.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche EZ konzentriert sich auf die folgenden Bereiche:

  • Privatsektorförderung in der Landwirtschaft
  • Entwicklung des Wassersektors: Städtische Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Wasserressourcenmanagement
  • Reproduktive Gesundheit und Gesundheitsfinanzierung

Gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung haben als Querschnittsthemen in allen Schwerpunkten große Bedeutung.

Engagement des DED

Der DED engagiert sich in allen drei Schwerpunkten. Er unterstützt im Rahmen gemeinsamer Programme mit KfW Entwicklungsbank und GTZ und internationaler Kooperationen die Reformbestrebungen der kenianischen Regierung, vor allem auf lokaler und regionaler Ebene.

Privatsektorförderung in der Landwirtschaft
Der Privatsektor hat im Agrarbereich eine Schlüsselrolle bei der Armutsminderung und bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Der DED berät in Zusammenarbeit mit GTZ und KfW Entwicklungsbank landwirtschaftliche Produzenten, bäuerliche Kleinbetriebe, Erzeuger- und Verarbeitungsgemeinschaften und deren Dachverbände. Agrardienstleistungsanbieter werden in technischer, marktwirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht befähigt, wirtschaftliche Potenziale und Anbaumethoden sowie innovative exportorientierte Wertschöpfungsketten zu identifizieren und zu nutzen. Der nachhaltige Bewässerungslandbau wird ebenso berücksichtigt wie die Themen Vermarktung und Marktintegration sowie Ausbildung und Personalschulung.

Darüber hinaus stellt der DED dem Büro der Weltbank in Nairobi eine Fachkraft für Entwicklung und Management innovativer Programme für Bewässerungsfeldbau und landwirtschaftliches Wassermanagement zur Verfügung. 

Entwicklung des Wassersektors
Die deutsche EZ unterstützt die kenianische Regierung bei der Erreichung der Ziele der Wassersektorreform durch ein tragfähiges Abwasserkonzept und die Gründung kommerziell arbeitender Eigenbetriebe. Ergänzend zu den Maßnahmen von GTZ und KfW Entwicklungsbank berät der DED neu geschaffene regionale Institutionen und Kommunalverwaltungen beim Auf- und Ausbau ihrer organisatorischen Kapazitäten zur Umsetzung der Reform. Dabei kommt dem verbesserten Zugang zu qualitätskontrolliertem Trinkwasser vor allem für die arme Bevölkerung besondere Bedeutung zu. Die Maßnahmen zielen neben der verbesserten Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser auf ein eigenständiges Management der Wasserressourcen durch etablierte Anbieter und staatliche Strukturen. Darüber hinaus engagiert sich der DED im Wasserressourcenmanagement zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Wassereinzugsgebieten.

Reproduktive Gesundheit und Gesundheitsfinanzierung
Der DED unterstützt kenianische Behörden bei der Bekämpfung der HIV/AIDS-Pandemie und der weiblichen Genitalverstümmelung. Neben der Entwicklung von Beratungskonzepten steht dabei die psycho­soziale Beratung von Mädchen und Frauen im Vordergrund. Der Bereich Gewalt gegen Frauen wird zukünftig an Bedeutung gewinnen. Der DED berät ergänzend zum Engagement der GTZ vor allem lokale und regionale Gesundheitsdienste. Gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und dem kenianischen Arbeitgeberverband unterstützt der DED die Umsetzung von HIV/AIDS-Arbeitsplatz­Programmen im Privatsektor. Außerdem steht die Verankerung von HIV/AIDS-Aufklärung und -Bekämpfung auf Stadtverwaltungsebene im Fokus.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Kenia.

Stand: März 2009

Kontakt

Regionalgruppe Ost- und Südliches Afrika
E-Mail: suedostafrika@ded.de

Weitere Informationen:

Östliches und Südliches Afrika

Landesbüro.

German Development Service
P.O. Box 47136
00100 Nairobi
Kenia
E-Mail: ken@ded.de

Webseite des DED in Kenia.

http://kenia.ded.de

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