Namibia .

Rahmenbedingungen
Namibia ist in vielerlei Hinsicht ein Land ausgeprägter Gegensätze: Armut, ungleiche Einkommensverteilung, Arbeitslosigkeit, Wassermangel, die ungelöste Landfrage und die Auswirkungen der HIV/AIDS-Pandemie sind die Kernprobleme des Landes und bilden damit die entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen.
Namibia ist reich an mineralischen Rohstoffen und Fischereiressourcen. Gleichzeitig ist die Wirtschaft geprägt durch die Abhängigkeit von diesen wenigen Sektoren und den Folgen der wechselnden Witterungseinflüsse von Regen und Dürre. Die gut ausgebaute Infrastruktur und die reiche Tier- und Pflanzenwelt bilden ein beachtliches Potenzial für die namibische Volkswirtschaft. Die Wirtschaftsbeziehungen zu Südafrika sind sehr eng, die namibische Währung ist im Verhältnis 1:1 fest an den südafrikanischen Rand gekoppelt.
Positiv zu vermerken ist die politische Stabilität des Landes. Es herrscht Rechtsstaatlichkeit, die Menschenrechte werden grundsätzlich eingehalten. Nach dem Wechsel an der Staatsspitze werden Korruption und politische Begünstigungen stärker bekämpft. Die namibische Regierung kann mit Einschränkungen als entwicklungsorientiert bezeichnet werden.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Namibia ist Partnerland der deutschen EZ. Die Schwerpunkte sind
- Management natürlicher Ressourcen
- Transport
- Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Die Bekämpfung von HIV/AIDS wurde als Querschnittaufgabe vereinbart.
Engagement des DED
Der DED engagiert sich in den Schwerpunkten „Management natürlicher Ressourcen“ und „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“ sowie im Querschnittsbereich „Bekämpfung von HIV/AIDS“.
Management natürlicher Ressourcen
In einem Kooperationsvorhaben unterstützen KfW Entwicklungsbank und DED Gemeinden bei der Einrichtung und Bewirtschaftung von Gemeindewäldern nach dem namibischen Forstgesetz und deren angestrebter Integration in bestehende Wildhegegemeinschaften. Gemeindewälder sollen auf der Grundlage nachhaltiger Nutzungspläne einkommenswirksam von den Zielgruppen bewirtschaftet werden. Direkter Nutzen entsteht durch den Kapazitätsaufbau bei den involvierten öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie durch die Steigerung von Einkommen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gemeinden Namibias.
In Kooperation mit dem Ministerium für Land und Umsiedlung (MLR) und der GTZ fördert der DED die Landreform. Damit wird ein Beitrag dazu geleistet, fairen Zugang zu Boden und dessen nachhaltiger Bewirtschaftung zu erreichen. Der Beitrag des DED fokussiert sich auf integrierte Landnutzungsplanung, die mittel- bis langfristig einen verbesserten Zugang zu Landressourcen, Rechtssicherheit und eine nachhaltige Bewirtschaftung landgebundener natürlicher Ressourcen gewährleistet.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Ziel des DED-Beitrags im Bereich Finanzsystementwicklung ist es, kleinste, kleine und mittlere Unternehmen in ihrem unternehmerischen Engagement nachhaltig zu stärken und ihnen den Zugang zu Finanzdienstleistungen privater Banken zu ermöglichen. Dieses Ziel wird in einer Kooperation mit lokalen Geschäftsbanken und einer namibischen NRO verfolgt. Mittelfristig wird dadurch ein Beitrag zum Wachstum des Kleingewerbesektors in Namibia und zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Armut erzielt.
Ziel der Engagements zur Verbandsentwicklung von Kleinunternehmern ist es, durch den Aufbau von Verbänden in der Bau- und der Transportindustrie die Integration von Kleinunternehmen in einem bisher von Großunternehmen geprägten Markt zu forcieren, deren Interessensvertretung zu stärken und somit einen Beitrag zu einer gesunden Wettbewerbsstruktur in diesen Sektoren zu leisten. Mittelfristig soll damit durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze ein Beitrag zur Verminderung von Arbeitslosigkeit und Armut geleistet werden. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in Kooperation mit der GTZ.
Durch den Einsatz eines computerbasierten Unternehmensplanspiels wird die unternehmerische Kultur sowie das unternehmerische Denken und Handeln gezielt verbessert. Zielgruppe sind Studenten der Fachhochschule sowie der berufsbildenden Schulen.
Beitrag außerhalb der Schwerpunkte
HIV/AIDS-Bekämpfung
Im Rahmen der Querschnittsaufgabe engagiert sich der DED gemeinsam mit der GTZ in allen drei Schwerpunkten. Der öffentliche Sektor (derzeit vier Ministerien) sowie der Privatsektor werden durch das Projekt bezüglich Aufklärungs- und Sensibilisierungsprogrammen am Arbeitsplatz und HIV-Mainstreaming beraten. Darüber hinaus unterstützt das Kooperationsvorhaben die Koordination von HIV/AIDS-Aktivitäten in zwei Regionen des Landes durch die Beratung von Regionalverwaltungen. Diese sollen effektiv und systematisch auf die Ursachen und Auswirkungen der Epidemie reagieren können und somit ein Beitrag zur Verringerung von Neuinfizierungen mit HIV leisten.
Weitere Informationen finden sie auf der landeskundlichen Informationsseite Namibia.
Stand: März 2009
Kontakt
Regionalgruppe Ost- und Südliches AfrikaE-Mail: suedostafrika@ded.de
Weitere Informationen:
Östliches und Südliches Afrika
Landesbüro.
German Development Service
P.O. Box 21223
Windhoek
Namibia
E-Mail: nam@ded.de
Webseite des DED in Namibia.
Aus der Praxis.
Hilfe für AIDS-Kranke in Namibia – DED unterstützt Laienpfleger
Namibia gehört zu den Ländern mit den höchsten HIV-Prävalenzraten weltweit. Das Gesundheitsministerium hat deshalb ein Programm ins Leben gerufen, in dem Freiwillige zu Laienpflegern ausgebildet werden. Zwei DED-Fachkräfte unterstützen das einheimische Personal bei der Durchführung des Programms.
Ein DED-Projekt in Namibia als Stätte der Versöhnung
Am 14. August 2004 fand in Namibia die Feier zum Gedenken an den 100. Jahrestag des Aufstands der Herero gegen die deutsche Kolonialmacht statt.
Am Rande der Gedenkfeier wurde das Okakarara-Zentrum eröffnet, ein vom DED getragenes Projekt.

