Ruanda .

Rahmenbedingungen
Die Folgen des Genozids von 1994, des Krieges und der massenhaften Vertreibung überschatten auch 16 Jahre später die Entwicklung Ruandas maßgeblich und haben stark zur Ausweitung und Verstärkung der Armut beigetragen. 57 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Ruanda ist das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Afrika, mit einem hohen Bevölkerungswachstum. Der Bevölkerungsdruck auf limitierte natürliche Ressourcen ist enorm hoch. 40 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt.
Ruanda hat seit dem Genozid 1994 beachtliche eigene Anstrengungen unternommen, um die Armut im Land zu bekämpfen: Dazu gehören die Reformen zur Steigerung der Effizienz der Verwaltung, die Dezentralisierung von Verantwortung und Finanzmitteln und ein energischer Kampf gegen Korruption.
Die Entwicklungsstrategie Ruandas ist in der „Vision 2020“ formuliert. Das aktuelle Strategiepapier zur Armutsreduzierung setzt starke Akzente auf die Wirtschaftsförderung und die Reduzierung der Geburtenrate. Entscheidend für die Entwicklung Ruandas ist die Stabilisierung der Region Große Seen, ein mittelfristiges breitenwirksames Wirtschaftswachstum sowie Versöhnung.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Ruanda ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf folgende Schwerpunkte fokussiert:
- Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung
- Gesundheit, Familienplanung, HIV/AIDS
- Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Engagement des DED
Der DED arbeitet basisnah, mit dem Ziel der Stärkung von Bevölkerung und Institutionen auf dezentraler Ebene. Der DED-Beitrag ergänzt sich mit den Beiträgen von GTZ, KfW, InWEnt und internationalen Gebern wie IFAD, UNICEF, PSI und Weltbank. Vor dem Hintergrund einer Stabilisierungspolitik in der Region der Großen Seen leistet der DED einen Beitrag im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, hier besonders durch das Instrument ZFD.
Demokratie, Zivilgesellschaft und Verwaltung
Im gemeinsamen Programm zur Armutsbekämpfung durch Förderung der guten Regierungsführung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wirkt der DED im Bereich der Dezentralisierung und Stärkung der Zivilgesellschaft. Dadurch trägt er zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Gebietskörperschaften bei. Konkrete Erfahrungen aus der Beratung, Fort- und Weiterbildung von Vertretern und Angestellten dezentraler Strukturen, sowie Erfahrungen aus der Umsetzung von nationalen Strategien und Gesetzen können somit über landesweit agierende Multiplikatororganisationen weitergegeben werden. Im Bereich Förderung der Zivilgesellschaft trägt der DED zu einer verbesserten Beteiligung der Zivilgesellschaft an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen auf nationaler und dezentraler Ebene bei.
Strategisches Ziel des ZFD-Engagements ist die Unterstützung des innerruandischen Versöhnungsprozesses zur Friedenskonsolidierung mit den Nachbarländern Burundi und D.R. Kongo. Der ZFD engagiert sich im Bereich der Rekonstruktion, Dokumentation und Aufarbeitung der gewaltsamen Vergangenheit, der psychosozialen Rehabilitation und Reintegration der Opfer und Täter des Genozids sowie der Vermittlung von Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung. Direkter Nutzen des Beitrags ist, die Zielgruppen in die Lage zu versetzen, Konflikte gewaltfrei und eigenverantwortlich auszutragen. Die angestrebte langfristige Wirkung des Engagements ist es, einer erneuten Ethnisierung und eskalierenden Spaltung der ruandischen Gesellschaft vorzubeugen.
Gesundheit
Der DED engagiert sich im gemeinsamen Programm von GTZ, KfW, InWEnt und CIM in der praxisbezogenen Aus- und Fortbildung von Gesundheitspersonal , vor allem in der formalisierten Ausbildung von Ärzten und Fachärzten. Außerdem ist er in den Programmzieldistrikten im Bereich der reproduktiven Gesundheit, insbesondere der Familienplanung, aber auch im neuen Handlungsfeld der sexuellen und genderspezifischen Gewalt tätig. Hier trägt der DED zur Minderung der Folgen von Gewalt bei. GTZ und DED führen in enger Zusammenarbeit Maßnahmen im Bereich HIV/AIDS-Mainstreaming und reproduktive Gesundheit durch.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Der DED engagiert sich in diesem Schwerpunkt mit der GTZ im Bereich der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung. Dabei ist der DED insbesondere in den Komponenten der Entwicklung eines arbeitsmarktorientierten beruflichen Bildungssystems und der praktischen Umsetzung ökonomischer Strategien tätig. GTZ und DED führen gemeinsam Public Private Partnership (PPP) - Vorhaben durch und setzen ihre Instrumente dabei komplementär ein. Mit dem Programm wird angestrebt, die Wirtschaftskraft von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen (KKMU) zu verbessern und somit zur Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten für arme Bevölkerungsgruppen außerhalb der Landwirtschaft beizutragen.
Beitrag außerhalb der Schwerpunkte
Der DED engagiert sich im Bereich konfliktminderndes Management natürlicher Ressourcen. Der DED unterstützt das Büro der Weltbank in Kigali bei der Entwicklung wirkungsorientierter Systeme. Durch das Engagement des DED bei UNDP wird die Geberharmonisierung im Good Governance/Justizbereich verbessert und so auch der deutsche Beitrag in Wert gesetzt.
"weltwärts mit dem DED"
Der DED entsendet 40 Freiwillige, die die sich in ruandischen Partnerorganisationen vorrangig im Sozial- sowie im Umweltbereich engagieren.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Ruanda.
Kontakt
Regionalgruppe West- und ZentralafrikaE-Mail: westafrika@ded.de
Weitere Informationen:
West- und Zentralafrika
Landesbüro.
Service Allemand de Développement
B.P. 186
Kigali
Ruanda
E-Mail: rwa@ded.de
Webseite des DED in Ruanda.
Aus der Praxis.
Friedensjournalismus – Beitrag zur Versöhnung in der Region der Großen Seen
Mitte Januar 2010 kamen im Rahmen des vom ZFD des DED unterstützten Great Lakes Youth Summit 30 junge Journalisten aus Ruanda, Burundi und der DRK in der ruandisch- kongolesischen Grenzstadt Cyangugu zusammen und diskutierten, wie die Presse zur Versöhnung der Gesellschaften dieser Länder beitragen kann.
Ruanda: Ferienspiele für den Frieden
Drei Friedensfachkräfte des DED nutzten die Ferienspiele im Sommer 2009, um den Friedensgedanken unter den Kindern und Jugendlichen zu verbreiten.
Jugendradio "Heza!"
Anfang Januar 2008 wurde in der ruandischen Hauptstadt Kigali im Rahmen einer großen Feier das Jugendradio „Heza!“ eröffnet. Seit dem 6. Januar geht wöchentlich eine halbstündige Sendung „on air“, die Jugendliche für Jugendliche gestalten.
Eine Partnerschaft feiert Geburtstag
Seit einem Vierteljahrhundert besteht die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda. Seit vier Jahren arbeiten die Jumelage und der DED in enger Kooperation, um gemeinsam mit den lokalen Partnern die Lebensbedingungen der ruandischen Bevölkerung zu verbessern.

