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Ruanda .  

Kartenausschnitt Ruanda

Rahmenbedingungen

Die Folgen des Genozids von 1994 sowie von Krieg und massenhafter Vertreibung überschatten auch 14 Jahre später die Entwicklung Ruandas noch maßgeblich und haben stark zur Ausweitung und Verstärkung der Armut beigetragen. 57 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, 40 Prozent sind unterernährt. Ruanda ist das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Afrika mit nach wie vor ungebremstem Bevölkerungswachstum. Der Bevölkerungsdruck auf limitierte natürliche Ressourcen ist enorm hoch.

Ruanda hat seit dem Genozid beachtliche eigene Anstrengungen unternommen, um die Armut im Land zu bekämpfen. Dazu gehören die Reformen zur Steigerung der Effizienz der Verwaltung, die Dezentralisierung von Verantwortung und Finanzmitteln und ein energischer Kampf gegen Korruption.

Entscheidend für die weitere Entwicklung Ruandas sind die Stabilisierung der Region Große Seen, ein mittelfristiges breitenwirksames Wirtschaftswachstum sowie Versöhnung und ein innerer sozialer Austausch.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche EZ konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung
  • Gesundheit, Familienplanung, HIV/AIDS
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Engagement des DED

Der DED arbeitet basisnah, mit dem Ziel der Stärkung von Bevölkerung und Institutionen auf dezentraler Ebene. Der DED-Beitrag ergänzt sich mit den Beiträgen von GTZ, KfW Entwicklungsbank, InWEnt und internationalen Gebern wie IFAD, UNICEF, PSI und Weltbank. Vor dem Hintergrund einer Stabilisierungspolitik in der Region der Großen Seen leistet der DED einen Beitrag im Rahmen der deutschen EZ, hier besonders durch das Instrument ZFD.

Demokratie, Zivilgesellschaft und Verwaltung
Der DED arbeitet auf lokaler und regionaler Ebene im Bereich der Dezentralisierung und Stärkung der Zivilgesellschaft. Konkrete Erfahrungen aus der Beratung, Fort- und Weiterbildung von Vertretern und Angestellten dezentraler Strukturen sowie Erfahrungen aus der Umsetzung von nationalen Strategien und Gesetzen werden über landesweit agierende Multiplikator-Organisationen weitergegeben. Im Bereich Förderung der Zivilgesellschaft trägt der DED zu einer verbesserten Beteiligung der Zivilgesellschaft an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen auf nationaler und dezentraler Ebene bei. Die aktive Beteiligung der ruandischen Zivilgesellschaft am Prozess der Armutsminderung sowie der Ausbau und die weitere Unterstützung einer intensivierten Partnerschaft zwischen Zivilgesellschaft und Gebietskörperschaften stellen Kernelemente des DED-Engagements dar.

Der ZFD engagiert sich im Bereich der Rekonstruktion, Dokumentation und Aufarbeitung der gewaltsamen Vergangenheit, der psychosozialen Rehabilitation und Reintegration der Opfer und Täter des Genozids sowie der Vermittlung von Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung. Die Zielgruppen werden in die Lage versetzt, Konflikte gewaltfrei und eigenverantwortlich auszutragen. Die angestrebte langfristige Wirkung des Engagements ist es, einer erneuten Ethnisierung und eskalierenden Spaltung der ruandischen Gesellschaft vorzubeugen.

Gesundheit
Der DED engagiert sich im gemeinsamen Programm mit GTZ, KfW Entwicklungsbank, InWEnt und CIM in der praxisbezogenen Aus- und Fortbildung von Gesundheitspersonal. GTZ und DED führen in enger Zusammenarbeit Maßnahmen im Bereich HIV/AIDS-Mainstreaming durch

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
In diesem Schwerpunkt ist der DED insbesondere in der Entwicklung eines arbeitsmarktorientierten beruflichen Bildungssystems und der praktischen Umsetzung ökonomischer Strategien tätig. GTZ und DED führen gemeinsam PPP-Vorhaben durch. Mit dem Programm wird angestrebt, die Wirtschaftskraft von Kleinst-, Klein- und Mittleren Unternehmen (KKMU) zu verbessern und somit zur Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten für arme Bevölkerungsgruppen außerhalb der Landwirtschaft beizutragen.

Beitrag außerhalb der Schwerpunkte
In Kooperation mit einer großen ruandischen NRO engagiert sich der DED in einem regionalen Vorhaben mit niederländischer Finanzierung im Bereich grenzüberschreitendes und konfliktminderndes Management natürlicher Ressourcen. Darüber hinaus arbeitet der DED zur gleichen Thematik mit der Deutschen Welthungerhilfe und der Südprovinz Ruandas. Beide Vorhaben setzen die langjährigen Erfahrungen des DED in Ruanda im nachhaltigen Naturressourcenmanagement in Wert.

Der DED unterstützt das Büro der Weltbank in Kigali bei der Entwicklung wirkungsorientierter Beobachtungs- und Evaluierungssysteme mit einer Fachkraft.

Weltwärts mit dem DED
Ruanda ist Pilotland für das neue Programm weltwärts. Die jungen Freiwilligen sind in ruandischen Partnerorganisationen eingesetzt, die sich vorrangig im sozialen sowie im Umweltbereich engagieren. 

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Ruanda.

Stand: März 2009

Kontakt

Regionalgruppe West- und Zentralafrika
E-Mail: westafrika@ded.de

Weitere Informationen:

West- und Zentralafrika

Landesbüro.

Service Allemand de Développement
B.P. 186
Kigali
Ruanda
E-Mail: rwa@ded.de

Webseite des DED in Ruanda.

http://ruanda.ded.de

Aus der Praxis.

Friedensjournalismus – Beitrag zur Versöhnung in der Region der Großen Seen
Mitte Januar 2010 kamen im Rahmen des vom ZFD des DED unterstützten Great Lakes Youth Summit 30 junge Journalisten aus Ruanda, Burundi und der DRK in der ruandisch- kongolesischen Grenzstadt Cyangugu zusammen und diskutierten, wie die Presse zur Versöhnung der Gesellschaften dieser Länder beitragen kann.

Aus der Praxis - dazu mehr...

Ruanda: Ferienspiele für den Frieden
Drei Friedensfachkräfte des DED nutzten die Ferienspiele im Sommer 2009, um den Friedensgedanken unter den Kindern und Jugendlichen zu verbreiten.

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Jugendradio "Heza!"
Anfang Januar 2008 wurde in der ruandischen Hauptstadt Kigali im Rahmen einer großen Feier das Jugendradio „Heza!“ eröffnet. Seit dem 6. Januar geht wöchentlich eine halbstündige Sendung „on air“, die Jugendliche für Jugendliche gestalten.

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Eine Partnerschaft feiert Geburtstag
Seit einem Vierteljahrhundert besteht die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda. Seit vier Jahren arbeiten die Jumelage und der DED in enger Kooperation, um gemeinsam mit den lokalen Partnern die Lebensbedingungen der ruandischen Bevölkerung zu verbessern.

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