Simbabwe .

Rahmenbedingungen
Simbabwe war aufgrund seines Reichtums an natürlichen Ressourcen, gut ausgebildeter Fachkräfte, positiver sozialer Indikatoren und einer soliden Infrastruktur ein Hoffnungsträger Afrikas. Seit nunmehr acht Jahren verschlechtert sich die Wirtschaftslage stetig. Steigende Staatsverschuldung, die weltweit höchste Inflationsrate, hohe Arbeitslosigkeit und deutliche Qualitätsminderung staatlicher Basisdienstleistungen wie Gesundheit und Bildung sind die Folge.
Die einst blühende Landwirtschaft ist durch die „beschleunigte Landreform“ der Regierung Mugabe beinah zum Erliegen gekommen. Die Versorgung der Nation mit Nahrungsmitteln kann aus eigener Kraft nicht mehr sichergestellt werden. Die Politik der Regierung ist auf Machterhalt gerichtet. Der Regierungsstil ist autoritär und gekennzeichnet durch Repression. Die Presse- und Versammlungsfreiheit ist eingeschränkt. Oppositionelle und zivilgesellschaftliche Gruppen sind massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Das Debakel nach den Wahlen vom 29. März 2008 unterstreicht den absoluten Willen des Regimes zum Machterhalt, belegt jedoch eindrucksvoll, dass die Mehrheit des Volkes dieses Regime nicht länger unterstützt.
Aufgrund der zunehmend undemokratischen Entwicklungen haben viele internationale Geber und die Europäische Union ihre Zusammenarbeit auf Regierungsebene eingeschränkt oder ganz eingestellt. Die Notwendigkeit zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und nicht-staatlicher Gruppen blieb davon jedoch unberührt.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
Simbabwe ist nicht mehr Partnerland der deutschen EZ. Der DED wird jedoch seine Arbeit auf Grundlage der vorläufigen Länderstrategie des BMZ ergänzt durch das BMZ-Konzept für die Zusammenarbeit mit fragilen Staaten fortsetzen. Demnach sollen entwicklungspolitische Strategien und Instrumente so eingesetzt werden, dass sie zu Prozessen entwicklungsorientierter Transformation beitragen. Die Ursachen von fragiler Staatlichkeit und schlechter Regierungsführung sollen reduziert sowie Kapazitäten für gewaltfreien gesellschaftlichen Wandel gestärkt werden.
Engagement des DED
Ziel des DED-Landesprogramms ist es, einen Beitrag zu entwicklungsorientierter Transformation und zu gewaltfreiem gesellschaftlichen Wandel in Simbabwe zu leisten. In direkter Zusammenarbeit mit Organisationen der Zivilgesellschaft ist der DED in zwei Bereichen tätig:
- Ländliche Wirtschaftsentwicklung
- Demokratie- und Friedensförderung
HIV/AIDS wird weiterhin als Querschnittsaufgabe in sämtliche Arbeitsbereiche und Partnerorganisationen des DED integriert.
Ländliche Wirtschaftsentwicklung
Der DED unterstützt Verbände sowie kleine und mittlere Organisationen bei der Verbesserung ihrer Dienstleistungsangebote für Klein- und Kleinstunternehmen des informellen Sektors. Die Verbände und Organisationen werden in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt, um institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen nachhaltig zu beeinflussen. Die Zielgruppen werden befähigt, die betriebswirtschaftliche Qualität zu steigern und ihre zivilgesellschaftlichen Interessen zu vertreten. Kleinbauern und Kleinunternehmer nutzen die Dienstleistungen der Verbände zur marktorientierten Erzeugung von Agrar- und Naturprodukten sowie zur Erschließung alternativer Einkommensquellen. Die Produzenten haben einen verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen, die sie für Investitionen und die Beschaffung von Produktionsmitteln nutzen.
Der informelle Sektor gewinnt durch den wirtschaftlichen Niedergang in Simbabwe weiterhin an Bedeutung und bietet Beschäftigung und Einkommen für die verarmte Bevölkerung, insbesondere für Jugendliche und Vertriebene in den Städten.
Demokratie- und Friedensförderung
Die Unterstützung nichtstaatlicher Organisationen für Veränderungsprozesse bei politisch restriktiven Rahmenbedingungen leistet einen Beitrag zu erhöhter Problemlösungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Strukturen und entwicklungsorientierter Transformation. Dabei unterstützen DED-Fachkräfte zivilgesellschaftliche Strukturen unter besonderer Berücksichtigung benachteiligter Gruppen und stärken deren Organisationskapazitäten nachhaltig. Zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke werden befähigt, ihre Interessen zu artikulieren, Lösungsentwürfe für gesellschaftliche Probleme zu erarbeiten und diese gegenüber den staatlichen Institutionen in einem konstruktiv kritischen Dialog zu vertreten.
Gezieltes Capacity Development erhöht den Anteil von Frauen, die sich aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligen (in zivilgesellschaftlichen und kommunalpolitischen Gremien, Netzwerken, Dachverbänden).
Die Beratung im Bereich Konfliktbearbeitung trägt dazu bei, strukturelle Konfliktursachen zu reduzieren. Gesellschaftliche Akteure nehmen zunehmend ihre Rolle und Verantwortung zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung wahr.
Die Beratung umfasst neben Organisationsentwicklung und Vernetzung auch die Begleitung und Professionalisierung einzelner Aktivitäten sowie die Schulung von Multiplikatoren. Zur Stärkung der Kompetenz von Partnerorganisationen im Bereich Konfliktbearbeitung und Friedensförderung sind Friedensfachkräfte im Rahmen des ZFD eingesetzt.
Der vom BMZ zur Verfügung gestellte Entwicklungsfonds dient der gezielten Stärkung demokratie- und friedensfördernder Akteure. Der DED ist stimmberechtigtes Mitglied im Steuerungskomitee des von der Botschaft koordinierten Entwicklungsfonds, mit dem auch DED-Partner unterstützt werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Simbabwe.
Stand: März 2009
Kontakt
Regionalgruppe Ost- und Südliches AfrikaE-Mail: suedostafrika@ded.de
Weitere Informationen:
Östliches und Südliches Afrika
Landesbüro.
German Development Service
P.O. Box 3362
Harare
Simbabwe
E-Mail: zwe@ded.de

