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Sudan .  

Kartenausschnitt Sudan

Rahmenbedingungen

Nach Beendigung des vierzig Jahre dauernden Bürgerkriegs unterzeichneten die Konfliktparteien im Januar 2005 ein Friedensabkommen. Auf dieser Grundlage wurde Mitte 2005 eine gemeinsame Nord-Süd-Regierung gebildet. Im April 2008 fand eine Volkszählung statt, die die Voraussetzung der ersten demokratischen Wahlen in 2009 schaffen wird. 2011 soll in einem Referendum im Südsudan über einen weiteren gemeinsamen Staat bzw. die Sezession des Südens entschieden werden.

Nach wie vor ist die Sicherheitslage in allen Landesteilen des Sudan sehr angespannt: Bewaffnete Überfälle erschweren zunehmend den Einsatz der internationalen Hilfsorganisationen, die militärischen Auseinandersetzungen in der ölreichen Provinz Abyei nehmen zu, und eine Lösung für die Region Darfur zeichnet sich nicht ab – wobei hier die immer engere Verknüpfung mit den Konflikten im Tschad zusätzlich besorgniserregend ist.

Die materiellen und psycho-sozialen Aufbauarbeiten werden lange Zeit in Anspruch nehmen. Es gilt weiterhin, die dem Frieden zugewandten Reformkräfte zu stärken, die Reintegration der Flüchtlinge voranzutreiben und den Aufbau staatlicher Strukturen im Südsudan zu fördern. Dann wird es mit internationaler Hilfe möglich sein, die vielfältig vorhandenen Ressourcen des flächengrößten afrikanischen Staates im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu nutzen. Mit diesem Prozess muss aber auch eine Demokratisierung eingeleitet werden, die mit Achtung, Schutz und Gewährleistung der Menschenrechte, Partizipation sowie einer auf Armutsbekämpfung und Gerechtigkeit ausgerichteten Politik einhergeht.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Ziel der deutschen EZ im Sudan ist, einen Beitrag zu Frieden und nachhaltiger Entwicklung im Gesamtsudan zu leisten. Angesichts des Darfur-Konflikts und der akuten Menschenrechtsverletzungen setzt die Bundesregierung dabei auf einen regional differenzierten entwicklungspolitischen Ansatz. Dieser soll der komplexen Situation im Sudan, insbesondere den unterschiedlichen Rahmenbedingungen zwischen Nord- und Südsudan, gerecht werden und die schwierige Lebenssituation der Menschen im Sudan berücksichtigen.

Im Nordsudan leistet die Bundesregierung angesichts des Darfur-Konflikts und der akuten Menschenrechtsverletzungen Beiträge im Rahmen nichtstaatlicher Ansätze. Dadurch soll zu einer Verbesserung der humanitären Situation besonders armer und notleidender Menschen, (insbesondere der Darfur-Flüchtlinge und der Flüchtlinge im Südsudan), zu einer Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure sowie zu Friedensförderung und Konfliktbearbeitung beigetragen werden. Der DED konzentriert sich im Nordsudan auf die direkte Unterstützung der Bevölkerung und auf die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure, mit Fokus auf Organisationsentwicklung und -Beratung von NRO.

Im Sudan-Konsortium positionierte sich das BMZ im März 2006 im Rahmen des von der Weltbank koordinierten Multi Donor Trust Fund (MDTF) als Lead Agency im Südsudan im Schwerpunkt „Wasser“. Im Kontext des Partnerschaftsprogramms zwischen BMZ und dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) fördern GTZ und UNHCR mit Unterstützung des BMZ die Reintegration von (Binnen-) Flüchtlingen.

Engagement des DED

  • Nord-Sudan
    Das DED-Programm ist auf die Bereiche „Reintegration von Binnenflüchtlingen/Friedensförderung“, „Stärkung der Zivilgesellschaft“ und den Querschnittsbereich „Reproduktive Gesundheit“ fokussiert.
  • Süd-Sudan
    Das DED-Programm konzentriert sich inhaltlich auf die Reintegration von Flüchtlingen und auf Maßnahmen der zivilen Konfliktbearbeitung und Friedensförderung.

Organisationsberatung und -entwicklung von Akteuren der Zivilgesellschaft
Das DED-Programm unterstützt sudanesische NRO darin, ihre Management- und Planungskapazitäten zu stärken und den Demokratisierungsprozess, die Beachtung der Menschenrechte mit speziellem Schwerpunkt auf Frauenrechte zu fördern. Insbesondere Organisationen, deren Ziel es ist, eine Verbesserung der Lebensbedingungen marginalisierter Bevölkerungsteile und die Einhaltung von Menschenrechten zu bewirken, werden von diesen Maßnahmen erreicht.

Der DED engagiert sich auch in der Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) durch Beratung und finanzielle Unterstützung sudanesischer NRO.

Reintegration von (Binnen-) Flüchtlingen
Der DED engagiert sich im Rahmen der Zivilen Konfliktbearbeitung und Friedensförderung und in Kooperation mit internationalen NRO im Bereich der Wiederansiedlung und Reintegration von Flüchtlingen und Vertriebenen, der Vorbereitung von Binnenflüchtlingen auf die Rückkehr in den Süden sowie bei der Wiederansiedlung und der Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen im Südsudan. Dabei wird besonderer Wert auf die konfliktsensible Planung und Umsetzung des Reintegrationsprozesses gelegt. Die Wiederansiedlungsgebiete werden mit der Zielsetzung unterstützt, ihnen Zukunftsperspektiven in Sicherheit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu eröffnen. Der DED arbeitet in diesem Programm eng mit den regionalen Regierungen und lokalen NRO zusammen. 2008 konnten zusätzliche Mittel vom Common Humanitarian Fund der Vereinten Nationen und der Bill & Melinda Gates Stiftung akquiriert und für den Aufbau neuer Reintegrations- und Entwicklungszentren genutzt werden. Ein Teil der Aktivitäten erfolgt in Abstimmung mit dem Flüchtlingsprogramm der Vereinten nationen (UNHCR), das die Rückkehr und Reintegration von Binnenflüchtlingen und sudanesischen Flüchtlingen aus Uganda und Kenia fördert.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Sudan.

Stand: März 2009

Kontakt

Regionalgruppe Ost- und Südliches Afrika
E-Mail: suedostafrika@ded.de

Weitere Informationen:

Östliches und Südliches Afrika

Landesbüro.

German Development Service
P.O. Box 2817
Khartoum
Sudan
E-Mail: sdn@ded.de

Webseite des DED im Sudan.

http://sudan.ded.de

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