Kamerun .

Rahmenbedingungen
Der seit 1982 regierende Staatspräsident Paul Biya hat im März 2008 eine Verfassungsänderung durchgesetzt, die ihm Ende 2011 die Kandidatur für eine dritte, gewählte Amtsperiode ermöglicht. Die Opposition ist schwach und zersplittert. Soziale Spannungen in der Gesellschaft nehmen aufgrund der unveränderten Armut und fehlender Fortschritte im Demokratisierungsprozess zu.
Kamerun profitierte von erheblichen Mitteln aus der Entschuldungsinitiative, die aber nur unzureichend abflossen. Das Monitoringkomitee, das die armutsorientierte Verwendung sicherstellen sollte, wurde Anfang 2009 von der Regierung aufgelöst.
Im März 2009 veröffentlichte die kamerunische Regierung die Strategie „Vision 2035“ , die die anvisierte Entwicklung des Landes zu einem Schwellenland beschreibt. Das ressourcenreiche Land setzt darin, auf optimistischen Annahmen basierend, auf ein starkes Wirtschaftswachstum, das bislang v.a. am extrem ungünstigen Investitionsklima und schlechter Regierungsführung scheiterte. Von der „Vision 2035“ abgeleitet wurde im April den Gebern ein erster Entwurf der seit 2007 erwarteten Aktualisierung der Armutsbekämpfungsstrategie, die jetzt Strategie für Wachstum und Beschäftigung heißt, vorgelegt. Verteilungsaspekte sind darin nur ungenügend berücksichtigt.
Die weltweite Wirtschaftskrise betrifft Kamerun als Exportland erheblich über den Rohölpreisverfall und den Einbruch der Holzexporte.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist in Kamerun in folgenden Schwerpunkten tätig:
- Gesundheit
- Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
- Dezentralisierung, lokale Entwicklung und Regierungsführung
Engagement des DED
Der DED engagiert sich in den drei Schwerpunkten in gemeinsamen Programmen mit der GTZ und der KfW. Der Mehrwert des DED-Beitrags liegt im Capacity Building durch personelle Beratung und in der Befähigung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure im Rahmen von Entwicklungsprozessen in einen Dialog zu treten und zusammen zu arbeiten.
Gesundheit
In Kooperation mit der KfW und Association Camerounaise pour le Marketing Social (ACMS) leistet der DED einen Beitrag zur Unterstützung des sozialen Marketings von Kondomen. Der DED wird in Kooperation mit der GTZ und der KfW sein Engagement erweitern, indem er über die Unterstützung von Provinzgesundheitsfonds und die Förderung von gemeindebasierten Krankenversicherungen die Gesundheitsdienstleistungen für die Bevölkerung verbessert und die Armutsrisiken von Erkrankungen verringert. Ferner engagiert sich der DED in der Querschnittsberatung zu HIV und arbeitet dabei eng mit der GTZ zusammen.
In Ableitung von den intendierten Wirkungen im Schwerpunkt fokussiert der DED seine Entwicklungsmaßnahmen auf die Reduzierung der HIV Infektionen, die Verbesserung der Gesundheitsdienstleistungen und die Sicherstellung des Zugangs zu Informationen.
Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Die Entwicklungsmaßnahmen des DED in diesem Schwerpunkt zielen auf die langfristige Sicherung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der von den beteiligten Akteuren zu bewirtschaftenden natürlichen Ressourcen. Dies bezieht sich sowohl auf die Dorf- als auch auf die Kommunalgebiete der Provinzen Süd-West, Zentral, Süd, Osten, Littoral und Extremer Norden. Der DED leistet seinen Input in Form von Beratung zur Verbesserung der Fähigkeiten der dörflichen, kommunalen, staatlichen sowie privaten Strukturen, die vorhandenen natürlichen Ressourcen zu bewirtschaften, deren Produktivität nachhaltig zu gewährleisten und aus der Bewirtschaftung resultierende Einnahmen effizient zur lokalen Entwicklung einzusetzen.
Dezentralisierung, lokale Entwicklung und Regierungsführung
Der DED fokussiert seinen Beitrag im Schwerpunkt Dezentralisierung auf folgende Handlungsfelder und Ziele: Die kommunalen Gebietskörperschaften verbessern die Bereitstellung von öffentlichen Gütern und Dienstleistungen. Die im Programm einbezogenen Kommunen setzen eine rechenschaftspflichtige und transparente Regierungsführung um und erhöhen die armuts- und nachfrageorientierte Bereitstellung an lokaler öffentlicher Infrastruktur. Die nationalen Koordinationsorgane und dekonzentrierten Verwaltungsstrukturen setzen die Dezentralisierungspolitik und –strategie leistungsfähig um. Die Zivilgesellschaft trägt aktiv und wirksam zu den Dezentralisierungs-, Kommunalentwicklungs- und Governanceprozessen und zur Umsetzung des Armutstrategiepapiers bei.
Auf der Durchführungsebene werden die Aktivitäten mit den beiden anderen Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vernetzt und abgestimmt. Hier ist die Bewirtschaftung der Kommunalwälder, die Erstellung von Entwicklungsplänen und die Integration des Themas HIV/AIDS in die Handlungsfelder zu nennen.
Beiträge außerhalb der Schwerpunkte
Intendierte Wirkungen der Entwicklungsmaßnahme in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Kamerun für den DED und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sind, dass die Zielgruppen der Öffentlichkeitsarbeit über die Arbeit des DED und der deutschen Zusammenarbeit informiert sind und diese als kompetente und zuverlässige Akteure und Partner wahrnehmen. Ausgewählte Partnerorganisationen setzen Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit gemäß professioneller Mindeststandards um.
„weltwärts mit dem DED“
Der DED entsendet 30 weltwärts-Freiwillige in verschiedene Regionen des Landes. Partner sind überwiegend Organisationen der Zivilgesellschaft.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Kamerun.
Kontakt
Regionalgruppe West- und ZentralafrikaE-Mail: westafrika@ded.de
Weitere Informationen:
West- und Zentralafrika
Landesbüro.
Service Allemand de Développement
B.P. 44
Yaoundé
Kamerun
E-Mail: cmr@ded.de
Webseite des DED in Kamerun.
40 Jahre DED in Kamerun.
Zum 40jährigen Bestehen der Kooperation mit Kamerun erschien eine Jubiläumsbroschüre, die Sie hier als PDF-Dokument auf Französisch herunterladen können.
Le DED au Cameroun: 40 ans d’engagement (5,7 MB)
Aus der Praxis.
Mit Bildern aufklären
Mit einer HIV/AIDS-Rate von 5,1 Prozent zählt Kamerun zu den Hochprävalenzländern in Afrika. Einmal im Monat kommen in Bamenda, der Hauptstadt der anglophonen Nordwest-Region, die Vorsitzenden mehrerer Selbsthilfegruppen für HIV-Infizierte zusammen, um mit der DED-Fachkraft Sabine Steinbrich über gesundheitliche Themen und aktuelle Probleme zu sprechen.
Veranstaltungswoche "Starke Frauen und Mädchen" erfolgreich beendet
Auch die zweite Ausgabe der Veranstaltungswoche „Starke Frauen und Mädchen“ war für die Deutsche Kooperation ein Erfolg. Mit zahlreichen Veranstaltungen rund um den Weltfrauentag am 8. März machten der DED und seine Kooperationspartner auf die Rechte der Frauen aufmerksam.
DED für starke Frauen in Kamerun
Wie in allen Partnerländern hat der DED auch in Kamerun „Gender“ als Querschnittsthema in alle Programme und Aktivitäten integriert. Der DED fördert seine Partnerorganisationen bei deren Ziel, Armut durch nachhaltige Entwicklung zu bekämpfen und legt dabei besonderen Wert auf die Stärkung von Frauen.

