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Tschad .  

Kartenausschnitt Tschad

Rahmenbedingungen

Der Tschad ist in ökonomischer und politischer Hinsicht um Jahrzehnte hinter seinen westlichen Nachbarländern zurück. Eine politische Stabilität im Land ist bis heute nicht gegeben. Das Regime Deby hat massiv aufgerüstet und die vom Sudan gestützten Attacken der Rebellen erheblich erschwert. Angesichts der Lage in Darfur erscheint es unwahrscheinlich, dass die internationale Gemeinschaft die gewaltsame Installation eines sudanfreundlichen Regimes in N’Djaména zulassen würde. Eine Beruhigung der Sicherheitslage in den östlichen Landesteilen kann infolge der Stationierung von UN-Truppen erhofft werden. Innenpolitisch macht sich eine gewisse Liberalisierung bemerkbar, die der Zivilgesellschaft einen Entfaltungsraum ermöglicht. Unterhalb der Schwelle der Entscheidungshoheit über Postenbesetzung und Budgetverteilung besteht Presse- und Versammlungsfreiheit, die allerdings nicht rechtlich abgesichert ist. Nach den Militärausgaben investiert der Staat nun prioritär in die Infrastruktur (Straßen, Krankenhäuser, öffentliche Bauten). Die zusätzliche Belastung des Landes im Osten durch die Flüchtlinge aus Darfur und die enorme Präsenz der Hilfsorganisationen wird andauern und zu weiteren Preissteigerungen führen.

Die niedrige Produktivität in der Land- und Viehwirtschaft, Ressourcenkonflikte und die mangelhafte Infrastruktur halten den Tschad auf dem Status eines der ärmsten Länder der Erde. Das enorme touristische Potential liegt vollständig brach. Entwicklungspolitisches Handeln ist keine erkennbare Priorität der Akteure in Politik und Verwaltung.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Das Schwerpunktprogramm von GTZ, KfW und DED

  • Dezentrale ländliche Entwicklung in den Regionen Mayo-Kebbi und Ouaddai/Biltine

ist Teil der Umsetzung des nationalen Plans zur ländlichen Entwicklung. Das Programm zielt auf die Stärkung der Entscheidungsmacht der ländlichen Bevölkerung über ihre eigene Entwicklung.

Engagement des DED

Der DED arbeitet im Tschad eng mit Bauernorganisationen, Entwicklungskomitees, Nutzergruppen natürlicher Ressourcen und anderen Interessengruppen der ländlichen Bevölkerung zusammen. Im Vordergrund des Engagements steht die Partizipation der Bevölkerung bei Bedarfserfassung und Umsetzung geplanter Fördermaßnahmen zur Produktions- und Vermarktungsförderung, zur nachhaltigen Inwertsetzung natürlicher Ressourcen und zur Förderung der Kompetenzen bei Interessenvertretungen im Vorfeld der Dezentralisierung und Gründung von Kommunen.

2011 arbeiten die Fachkräfte des DED innerhalb und außerhalb des zu Ende gehenden Schwerpunktprogramms mit der Perspektive, ihre Tätigkeit ab 2012 gänzlich zu lokalen Partnerorganisationen zu verlagern.

Die Akteure in der ländlichen Entwicklung im Tschad nehmen vereinheitlicht Bezug auf bereits existierende oder noch zu erstellende lokale Entwicklungspläne. Förderorganisationen werden so in vordefinierte Ziele der Bevölkerungsvertretungen eingebunden. Dies gibt den Rahmen zur aktiven Einbeziehung der ländlichen Zivilgesellschaft in die Umsetzung der Armutsreduzierungsstrategie vor.

Beitrag außerhalb des Schwerpunkts

Begleitend zum Engagement in der ländlichen Entwicklung unterstützt der DED zivilgesellschaftliche Organisationen. Die Förderung demokratischer Entwicklung hat eine positive Rückkoppelung auf die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der ländlichen Bevölkerung. Mit der Schaffung von verbesserten Artikulationsmöglichkeiten zur Interessenvertretung leistet der DED auf diese Weise auch einen Beitrag zur Stabilisierung der fragilen Staatlichkeit im Tschad. Darüber hinaus sind Fachkräfte des DED in der Prävention von HIV/AIDS und bei der Unterstützung von Betroffenenorganisationen tätig, was besonders in der südlichen Erdölförderregion von besonderer Bedeutung ist.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Tschad.

Kontakt

Regionalgruppe West- und Zentralafrika
E-Mail: westafrika@ded.de

Weitere Informationen:

West- und Zentralafrika

Landesbüro.

Service Allemand de Développement
B.P. 217
N'Djamena
Tschad
E-Mail: tcd@ded.de

Aus der Praxis.

Schulbauwettbewerb setzt Potenziale der Landbevölkerung frei
Am 3. Oktober 2009 war es endlich soweit: Am Tag der offenen Tür in Pala wurden die Sieger des Wettbewerbs „Lasst uns unsere Schule bauen“ prämiert. 179 Dörfer aus dem Mayo-Kebbi im Südtschad nahmen an dem vom DED initiierten Wettbewerb teil, 203 neue Klassenzimmer wurden unter Eigenregie und -finanzierung der lokalen Bevölkerung geschaffen.

Aus der Praxis - dazu mehr...

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