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Tschad .  

Kartenausschnitt Tschad

Rahmenbedingungen

Die Tradition der militärischen Austragung von Konflikten hat im Februar 2008 zu einem Rebellenangriff auf die Hauptstadt N’Djamena geführt. Ethnisch ausgenutzte grenzüberschreitende Ressourcenkonflikte, außenpolitische Gegensätze mit dem Sudan und innenpolitische Unbeweglichkeit haben die Zuspitzung beschleunigt. Ob das nur formal demokratisch legitimierte Regime zum gesellschaftlichen Dialog zurückfinden wird, hängt nicht zuletzt vom konzertierten Auftreten der Geber ab. Erste Schritte in diese Richtung sind getan mit der Ernennung eines angesehenen Premierministers und der Einbeziehung von Oppositionsvertretern in die Regierung im Mai 2008.

Die bisher mangelnde Entwicklungsorientierung der tschadischen Regierung blockiert und verzögert die Nutzung der vorhandenen Potenziale, so dass bedeutende Entwicklungsfortschritte auf nationaler Ebene nicht vorzeigbar sind. Dieser Mangel hat dazu beigetragen, dass der Tschad im Frühjahr 2008 seine bisherige Einstufung als Partnerland der bilateralen deutschen EZ verloren hat.

Die hauptsächlichen sozio-ökonomischen Probleme sind

  1. mangelhafte Infrastruktur (schlecht ausgebautes Straßennetz, geringe Strom- und Trinkwasserversorgung),
  2. niedrige Produktivität in der Land- und Viehwirtschaft,
  3. Überlebenskampf der einzig nennenswerten Industriesektoren Baumwolle und Zucker.

Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Der Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist ländliche Entwicklung in den Regionen Mayo-Kebbi und Ouaddai/Biltine. Dieser wird gemeinsam von DED, GTZ und KfW Entwicklungsbank umgesetzt. Zukünftig ist der Tschad kein Partnerland der deutschen EZ mehr. Das bilaterale Programm läuft bis 2011 aus. In Absprache mit dem BMZ prüft der DED, ob er sein Engagement über diesen Zeitrahmen hinaus verlängern kann.

Engagement des DED

Aufgrund seiner Basisnähe ist der DED besonders gefordert, die Ergebnisse der bisherigen gemeinsamen Programmtätigkeit so abzu­sichern, dass auch nach Rückzug der EZ der Nutzen und die Erfahrungen nachhaltig unter lokaler Trägerschaft weiterwirken können. Dazu arbeitet der DED verstärkt auf die Partizipation der Bevölkerung bei der Bedarfserfassung und Umsetzung der Planungen hin. Ebenso müssen lokale Organisationen in der Wahrnehmung ihrer Rolle unterstützt werden. Zudem leistet der DED einen spezifischen Beitrag zur Qualifizierung von Dienstleistern und Mittlerorganisationen (Verbände und Interessengruppen, Nichtregierungs­organisationen, Beratungsbüros, staatliche Dienste etc.).

Innerhalb und außerhalb der bisherigen Programmregionen kooperiert der DED mit anderen Gebern, die ebenfalls in der ländlichen Entwicklung aktiv sind. Ziel ist unter anderem, ein vereinheitlichtes konzeptionelles Vorgehen zu erarbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten für die Erfordernisse von lokaler Entwicklung, inklusive der Nutzbarmachung der staatlichen Öleinnahmen, zu erschließen.

Beitrag außerhalb des Schwerpunkts
Ergänzend zum Engagement in der ländlichen Entwicklung unterstützt der DED zivilgesellschaftliche Organisationen mit dem Ziel der Demokratieförderung. Mit der Schaffung von verbesserten Möglichkeiten zur Interessenvertretung leistet der DED auf diese Weise auch einen Beitrag zur Stabilisierung der fragilen Staatlichkeit im Tschad.

Darüber hinaus ist der DED in der Prävention von HIV/AIDS und bei der Unterstützung von Betroffenenorganisationen tätig, was besonders in der südlichen Erdölförderregion von besonderer Bedeutung ist.

Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Tschad.

Stand: März 2009

Kontakt

Regionalgruppe West- und Zentralafrika
E-Mail: westafrika@ded.de

Weitere Informationen:

West- und Zentralafrika

Landesbüro.

Service Allemand de Développement
B.P. 217
N'Djamena
Tschad
E-Mail: tcd@ded.de

Aus der Praxis.

Schulbauwettbewerb setzt Potenziale der Landbevölkerung frei
Am 3. Oktober 2009 war es endlich soweit: Am Tag der offenen Tür in Pala wurden die Sieger des Wettbewerbs „Lasst uns unsere Schule bauen“ prämiert. 179 Dörfer aus dem Mayo-Kebbi im Südtschad nahmen an dem vom DED initiierten Wettbewerb teil, 203 neue Klassenzimmer wurden unter Eigenregie und -finanzierung der lokalen Bevölkerung geschaffen.

Aus der Praxis - dazu mehr...

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