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Querschnittsthemen im DED .  

Um die Wirksamkeit entwicklungspolitischer Maßnahmen zu erhöhen, müssen über die fachliche Schwerpunktsetzung hinaus sektorübergreifende Themen beachtet werden: die Querschnittsthemen bzw. -aufgaben. Sie werden sektorübergreifend berücksichtig, um Qualität und Effizienz in den vom DED unterstützten Programmen und Projekten zu erhöhen.

Die Verankerung oder das Mainstreaming von Querschnittsthemen ist verbindlicher Bestandteil moderner, nachhaltiger Entwicklungspolitik und eine politisch-strategische Aufgabe, an deren Umsetzung  der Erfolg von Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gemessen wird. Die Strategie des DED definiert das Mainstreaming der Querschnittsthemen als Qualitätsstandard.

Die Querschnittsaufgaben sind eng miteinander verknüpft. Um einen tragfähigen Entwicklungsprozess zu gestalten, bedarf es der Partizipation aller Beteiligten, d.h. auch beide Geschlechter. Partizipation ist ohne Genderorientierung nicht möglich. Ebenso kann ein nachhaltiger Entwicklungsprozess nicht ohne Armutsorientierung bzw. partizipative Vorgehensweise erreicht werden.

Querschnittsthemen sind integraler, sektorübergreifender Bestandteil von Planung, Implementierung und Fortschrittskontrolle aller DED-Landesprogramme und aller Projekte.

Die Orientierung der DED-Programme und Projekte an den Querschnittsaufgaben gilt für alle Regionen und Länder.  Die Art der Umsetzung ist jedoch vom jeweiligen kulturellen Kontext abhängig. Umso mehr erfordert die Umsetzung eine Darstellung der landesspezifischen Rahmenbedingungen, die sich an den Querschnittsaufgaben orientiert.

Querschnittsthemen im DED sind:

Zusätzlich kommt in Krisengebieten verstärkt  das Querschnittsthema Konfliktsensitivität zur Anwendung.

In Ländern mit hoher HIV/AIDS-Prävalenz-Rate werden alle DED-Vorhaben auf ihren möglichen Beitrag zur HIV/AIDS-Bekämpfung überprüft.

Genderansatz (Gleichstellung der Geschlechter) .  

Ohne die Berücksichtigung der Interessen beider Geschlechter und ihre gleichberechtigte Beteiligung am Entwicklungsprozess ist nachhaltige Armutsminderung nicht erreichbar.  Die Gleichstellung der Geschlechter gilt als Chance für Armutsminderung und Wirtschaftswachstum. Die Ausgrenzung der Frauen und ihrer Potenziale mindert das wirtschaftliche und soziale Wachstum.

Das Gender-Mainstreaming, d.h. die Verankerung des Gleichberechtigungsgedankens in alle Konzepte und Verfahren des DED trägt zur Beseitigung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bei. Die Integration einer Geschlechterperspektive in alle politischen Handlungsfelder bedarf der Betrachtung der unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern in allen Prozessen der Planung, Organisation, Umsetzung und Evaluierung von Institutionen und Vorhaben.

Gender Mainstreaming ist eine Strategie der Geschlechterpolitik, fordert als Querschnittsaufgabe Sachkompetenz und Gerechtigkeitsbewusstsein von allen,  aktiviert und nutzt alle Potenziale zur Herstellung von Chancengleichheit, verdeutlicht geschlechterorientierte Handlungsmuster, Wahrnehmungsmuster, Werthaltungen und Vorgehensweisen und hilft, diese zu verändern. Das bedeutet Chancengleichheit herzustellen, d.h. die unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen von Frauen und Männern zu erkennen und bei der politischen Gestaltung zu benutzen.

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Partizipation .  

Wirkungsvolle Partizipation ist wesentlicher Bestandteil von Entwicklung. Voraussetzung für Partizipation sind politikfähige Akteure, politische Rechte und demokratische Legitimation.

Die deutsche und die internationale EZ haben im letzten Jahrzehnt erkannt, dass der Erfolg und die Nachhaltigkeit von EZ-Maßnahmen nur durch die Beteiligung der Begünstigten und der verantwortlichen Partner gewährleistet sind.

Dies bedeutet, das Verständnis von Zusammenarbeit zwischen gleichberechtigten Partnern in allen Phasen und Bereichen, sowie auf allen Ebenen der Zusammenarbeit durch eigenes Handeln und Reden glaubwürdig zu unterstreichen. Transparenz der Entscheidungen und der Arbeitsprinzipien, Akzeptanz anderer Meinungen, sowie ein hohes Maß an Integrationsfähigkeit sind Voraussetzung für eine Entwicklungszusammenarbeit, die Partizipation als eines der wichtigsten Gestaltungsmerkmale definiert.

Partizipation ist ohne die Berücksichtigung des Genderansatzes nicht möglich.

Der Gebrauch und die Pflege partizipativer Arbeits- und Handlungsprinzipien, sowie der Einsatz partizipativer Methoden unterstützen die Verankerung der Partizipation aller Beteiligten in die Vorhaben und tragen so zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.

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Nachhaltigkeit .  

Der Begriff der Nachhaltigkeit gilt seit einigen Jahren als übergreifendes normatives Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung  der Menschheit. Insbesondere die Agenda 21 und die Lokale Agenda 21 setzen zur Lösung gegenwärtiger und zukünftiger Umweltprobleme auf das Prinzip der Nachhaltigkeit. Nachhaltige Entwicklung  kann dabei verstanden werden als die Verpflichtung zu einem  (Aushandlungs-) Prozess, in dem

  •  wirtschaftliche,
  •  soziale und
  •  ökologische Ziele

mit den Mitteln der Politik, Technik, Organisation, Planung, Administration, Kommunikation usw. zunehmend integriert werden.

Entwicklungsziele müssen dabei so realisiert werden, dass sie die Handlungsspielräume künftiger Generationen nicht schmälern.  Die Erfahrung zeigt, dass die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in der Praxis ein mühsamer Prozess ist, der die Akteure vor große Herausforderungen stellt. Hierzu gehören unter anderem:

  • die Suche nach gemeinsamen Interessen und das Lösen von Interessenskonflikten
  • die Abwägung kurz- und langfristiger Interessen
  • ein ganzheitliches Politikverständnis
  • das Zusammenwirken von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
  • die Verknüpfung von globaler, nationaler und lokaler Ebene

Armutsorientierung .  

Von extremer Armut sind etwa 1,2 Milliarden Menschen betroffen, 70 Prozent davon sind Frauen.

Die Ursachen sind fehlende wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, ungleiche Verteilung der Ressourcen und ungleiche Handelsbeziehungen,  Missachtung der Menschenrechte, fehlende Gleichberechtigung und Beteiligung von Frauen. 

Die Beseitigung von Armut und extremer Armut tragen zu Friedenssicherung, Demokratie und politischer Stabilität bei.

Armutsminderung ist Ziel entwicklungspolitischer Maßnahmen, Armutsorientierung ist ein sektorübergreifendes Querschnittsthema.

Die Armutsorientierung eines Vorhabens wird nach vier Leitfragen beurteilt (siehe auch Leitfaden des BMZ zur Beurteilung der Armutsorientierung von Vorhaben der Zusammenarbeit):

  1. Sind Arme Teil der (direkten oder indirekten) Zielgruppe?
  2. Verbessert das Vorhaben die Lebensbedingungen der Armen und fördert es ihre produktiven Potenziale und wie bzw. wodurch?
  3. Beteiligen sich die Armen?
  4. Ist das Vorhaben in ein armutsorientiertes Umfeld eingebettet?

Diese Fragen müssen in den Projektplatzprüfungen und in der Berichterstattung beantwortet werden.

Weitere Informationen:

Partizipation.

Die GTZ hat im Auftrag des BMZ und in enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) eine Publikationsreihe zum Thema Mainstreaming Participation veröffentlicht.

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