Libanon .

Rahmenbedingungen
Innenpolitische Zerrissenheit und ausländische Einmischung haben das Land mit seinen knapp vier Millionen Einwohnern wiederholt aus der Balance geworfen; immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Ein zusätzliches Sicherheitsrisiko bildet die hoffnungslose Lebenssituation der etwa 300.000 palästinensischen Flüchtlinge in zwölf Lagern, in denen auch Radikale Unterschlupf finden. Die libanesische Regierung hat die Brisanz dieser Situation erkannt und setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Flüchtlinge ein, allerdings auf die Lager begrenzt. Der Libanon ist damit Teil des Nahostkonflikts und die weitere Entwicklung im Land hängt deshalb entscheidend vom Friedensprozess in der Region ab. Die Regierung hat sich zu den Millennium-Entwicklungszielen (MDG) bekannt und im Januar 2007 ein Programm zur Reform des Sozialsektors vorgelegt. Wirtschafts- und Finanzpolitik des Libanon konzentrieren sich darauf, das Wachstum neu zu beleben, die hohe Arbeitslosigkeit zu senken und die exorbitante Staatsverschuldung abzubauen.
Schwerpunktbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die Entwicklungszusammenarbeit mit dem Libanon war 2003 aufgrund seiner Einstufung als Land mit mittlerem Durchschnittseinkommen ausgelaufen. Seit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der libanesischen Hisbollah und Israel im Sommer 2006 hat Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit vorübergehend wieder aufgenommen, um den Libanon bei seinen Wiederaufbauprogrammen zu unterstützen.
Die Handlungsfelder der deutschen Zusammenarbeit sind:
- Wasser (Wasserversorgung und Abwasserentsorgung)
- Berufsbildung (Rehabilitierung von Berufsschulen, Fortführung und Erweiterung des Programms zur dualen Berufsausbildung)
Außerdem wurde ein Umweltfonds aufgelegt, aus dem kleinere Maßnahmen zur Beseitigung der kriegsbedingten Umweltschäden und -risiken finanziert werden.
Engagement des DED
Der DED engagiert sich in Kooperation mit der GTZ in den Programmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Rehabilitierung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung und zur Förderung der beruflichen Bildung. Durch den Einsatz von Fachkräften des Zivilen Friedensdienstes leistet der DED zudem einen Beitrag zur Armutsminderung, zur Friedensförderung und zum Abbau der Konflikte innerhalb der libanesischen Gesellschaft.
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Dienstleistungen in der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Der DED leistet seinen Beitrag durch die Beratung von Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen. Insbesondere erfolgt die Stärkung der Fach- und Managementkapazitäten in den Institutionen. Unterstützt werden die Partnerorganisationen in der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Organisationsentwicklung, bei der Betriebsführung und bei der Erhebung und Auswertung von Leistungsdaten. Technische Unterstützung erfolgt bei der Erstellung von Betriebsplänen, beim Betrieb und bei der Wartung der Systeme und bei der Analyse von Schwachstellen. Dies führt zur Reduzierung der Wasserverluste und zu einem effizienteren Umgang mit der Ressource Wasser.
Berufsbildung
Der DED arbeitet mit dem Ziel, die Ausrichtung der Ausbildung qualitativ und quantitativ besser auf den Bedarf des libanesischen Arbeitsmarktes auszurichten.
Die Förderung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) erleichtert Betrieben in ausgewählten Branchen und Segmenten den Zugang zu Unternehmensdienstleistungen, die ihnen eine beschleunigte Ausschöpfung ihrer Wachstumspotenziale bieten. Dies erfolgt durch die Beratung von regionalen und lokalen Kammern und berufsständischen Verbände im Südlibanon.
Ziviler Friedensdienst
Im Rahmen konflikttransformativer Förderung des Dialogs und der Versöhnungsprozesse im Libanon führen der DED und das forum ZFD erstmals gemeinsam einen Einsatz im Zivilen Friedensdienst im Libanon durch. Dabei wird ein strategischer Beitrag zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Konfliktparteien im Libanon zur Aufarbeitung des Bürgerkriegserbes insbesondere im Bereich Transitional Justice sowie der Stärkung friedensrelevanter Akteure in der Zivilgesellschaft geleistet.
Weitere Informationen finden Sie auf der landeskundlichen Informationsseite Libanon.
Kontakt
Regionalgruppe Nahost, ZentralasienE-Mail: R5@ded.de
Weitere Informationen:
Nahost, Zentralasien
Landesbüro.
Zuständig ist das DED-Landesbüro Syrien:
German Development Service (DED)
German House
P.O.Box 30757
Damascus
Syrian Arab Republic
E-Mail: syr@ded.de

